Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-729155
Die kriegerische Tracht. 
Schild. 
Lanze. 
709 
Clypeus, die zweite bis vierte Classe aber das Scutum führten, wurde nach 
der Umwandlung der servianischen Phalangen in die Legionen das Scutum 
die gleichmäßige Schutzwalfe der Hastati, Principes und Triarii-; der 
schwere eherne Clypeils hingegen verschwand, und statt seiner wurde die 
leichte kreisrunde, etwa 3 Fufs im Durchmesser haltende, lederne parma 
eingeführt, welche den Leichtbewalfneten, den Velites, zugewiesen wurde. 
Wann die vierte und fünfte Gattung der Schilde, nämlich der ovale und 
der sechsseitige, in die Armee eingeführt wurde, darüber fehlt uns jeg- 
licher Nachweis. Rechtwinklige, sechseckige und ovale Schilde kommen bei 
den Kriegergruppen auf den die Triumphbögen und Ehrensäulen schmücken- 
den Reliefs nebeneinander vorl; man kann aber wohl mit Bestimmtheit 
annehmen, dal's die einzelnen Truppenkörper sich nicht allein durch die 
Form ihrer Schilde, sondern auch durch die Bemalung derselben kenn- 
zeichneten (vgl. Fig. 515. 517. 518. 521). Dafür sprechen einmal die Notiz, 
dal's Otho bei dem Aufstande gegen Galba die Zeughäuser öffnen liefs und 
die Soldaten, ohne Rücksicht auf die Abzeichen der Schilde, sich mit den- 
selben rüsteten; dann aber die mannigfachen Schildzeichen, welche kleinere 
und gröfsere Abtheilungen von Kriegern auf den Denkmälern der Kaiser- 
zeit führen; am häufigsten erscheinen der geflügelte Donnerkeil, Blitz- 
strahlen von Kränzen umgeben, der einfache und der zweifache Adler 
(Col. Traian. 26. 91. 110. Col. Anton. 31. 45. 46. 58), rautenförmige Bil- 
der, Halbmonde, Lilienkränze (Col. Anton. 21), Lorbeerkränze um den 
Umbo des Schildes (Col. Traian. 71. 72) und andere aus Strahlen, Rauten- 
bildern und Halbmonden componirte Abzeichen. Auf dem Marsche wur- 
den die Schilde von den Infanteristen häufig an einem Riemen über den 
Fig 507 Rücken gehängt (Col. Anton), bei der Cavallerie aber 
 ' unter der Satteldecke zur Seite des Pferdes befestigt (Col. 
(R  Traian. 66). 
X  i K Wie aus einer Vergleichung der unter Fig. 507 abgebil- 
     deten Lanzenspitzen hervorgeht, waren die Speere der Römer 
    nicht allein für die verschiedenen Truppentheile verschieden, 
i  i,  sondern änderten auch im Laufe der Jahrhunderte wesentlich 
lli   ihre Gestalt. Von Servius Tullius soll der lange etruskische 
 Speer (hasta), "welcher der altgriechischen Stofslanze ent- 
sprach, bei der römischen Phalanx eingeführt worden sein. Mit der Ver- 
änderung der Heeresordnung durch Camillus trat aber auch insofern eine 
Veränderung ein, dal's die Hastati und Principes nur noch die alte Stofswalfc, 
1 So tragen auf dem 
hervorbrechcnden römischen 
Triumphbogen des Septimius Severus 
Krieger alle drei Schildformen. 
die 
3118 
einem 
Caslell
        

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