Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-729148
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Die kriegerische Tracht. 
Schild. 
Gehörten nun die im Vorhergehenden beschriebenen Panzer zur Aus- 
rüstung der Olliciere und Gemeinen, so bedienten sich die Feldherrn und 
Kaiser unstreitig bei Weitem kostbarerer Rüststücke, wie solches aus den 
im Feldherrncostüm dargestellten Statuen der römischen Kaiser ersichtlich 
ist. Es war dies der durch die Kunst idealisirte griechische Chalkochiton 
(vgl. S. 274), dessen metallener Ueberzug mit mannigfachen Bildwerken 
in getriebener oder eingelegter Arbeit geschmückt war; so bei der Statue 
des Caligula (Fig. 504 c). 
Beinschienen (ocrea) aus feiner Bronze, von denen so manche wohl- 
erhaltene Exemplare in den Museen aufbewahrt werden, wurden zur Zeit 
der Blüthe der Republik von den Hastati, Principes und Triarii am rech- 
ten, also an dem vom Schilde nicht gedeckten Bein getragen, während 
die Reiterei sich zur Zeit des Polybius lederner Beinschienen bediente. 
Zur Kaiserzeit mögen diese metallenen Beinschienen ganz abgekommen und 
statt ihrer, wenigstens bei den Legionaren, ein bis über die Wade reichen- 
der Leder- oder Wollenstrumpf eingeführt worden sein; Fufs und Bein 
bis über die Knöchel waren aber mit einem für alle Truppen gleichmäßig 
eingeführten Riemengeflecht umwickelt (vgl. Fig. 505 und 506). 
Nach dem Bericht Diodor's führten die Römer vor der Zeit ihrer 
Bekanntschaft mit der etruskischen Kriegsführung viereckige Schilde, die 
sie aber bald mit der bei den Etruskern allgemein gebräuchlichen argivi- 
sehen Aspis (vgl. S. 276) oder dem kreisrunden ehernen Schilde, clypeus 
genannt, vertauschten. Einen solchen etwa 4 Fufs im Durchmesser hal- 
tenden und reich ornamentirten etruskischen clypeus bewahrt das König]. 
Museum zu Berlin. Neben dieser Waife sollen die Römer von den Samni- 
tern das viereckige, 4 Fufs lange und 2a F ufs breite scutunz, einen von 
Holzplatten in Form eines halben Cylinders zusammengefügten und mit 
Leder überzogenen Schild, angenommen haben. Nach den Worten des 
Livius war aber das samnitische scutum ein allerdings viereckiger, nach 
untm jedoch schräg zulaufender Schild, mit welchem nach dem Unter- 
gange der Samniter von den Campanern, gleichsam zur Verhöhnung der 
Besiegten, die mit dem Namen der Samnites bezeichneten Gladiatoren (vgl. 
S. 692) bewalfnet wurden. Aus diesem Grunde darf man aber wohl an- 
nehmen, dafs das bei der- Armee eingeführte Scutum mit parallel laufen- 
den Rändern, wie wir dasselbe auf den Monumenten der Kaiserzeit häufig 
dargestellt sehen, nicht von den Samnitern, sondern von den Griechen 
auf die Römer übergegangen sei. Um demselben eine gröfsere Dauerhaftig- 
keit zu geben, liefs Camillus den oberen und unteren Rand mit Eisen he- 
schlagen. Während nun bei der altrömischen Phalanx die erste Classe den
        

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