Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-729096
Die theatralischen Spiele. 
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Schlufs des Stückes, während ein zweiter, siparium genannt, während 
der Zwischenacte oder bei der Verwandelung der Seene vielleicht wie eine 
in der Mitte sich theilende Gardine zur Seite gezogen wurde. 
Was die Schauspieler von Profession betrifft, so bestanden dieselben 
mit wenigen Ausnahmen aus Sklaven und Freigelassenen, welche zu 'I'1'oups 
(greges, catervae) vereinigt, unter einem donzinus gregis standen, zu 
welcher Stelle sich nicht selten der für das erste Rollenfach engagirte 
Schauspieler (actor primaruzn) hinaufschwang. Mit ihm trat derjenige 
Magistrat, Welcher mit der cum ludorum beauftragt war, in Verbindung 
und zahlte die Besoldung für die Schauspieler aus, welche, bei der stets 
wachsenden Vorliebe des Volkes für scenische Darstellungen, für ausge- 
zeichnete Künstler und erklärte Lieblinge des Publicums nicht unbedeutend 
war; und ebenso wie bei den circensischen Spielen besondere Belohnungen 
des Siegers harrten, belohnte auch der curator ludorwn den Schauspieler, 
welcher den meisten Beifall eingeerntet hatte, mit der Siegespalme oder 
dem Ehrenkranze, in der Kaiserzeit mit kostbaren Gewändern und Geld- 
geschenken. 
Zu dem Costüm der Schauspieler gehörte seit der Zeit des Terenz 
die Maske, während früher ein blonder, schwarzer oder röthlicher Kopf- 
aufsatz (galerus), dem Onkos der Griechen also vielleicht entsprechend, 
zur Bezeichnung des Alters getragen wurdel Der Maske anpassend, deren 
Form und Ausdruck, wie bei den unter Fig. 309 und 310 dargestellten, 
den verschiedenen Gattungen des Dramas entsprachen, war auch das übrige 
Costüm. Prachtvolle, schleppende Gewänder (syrmata) und der hohe Co- 
thurn (vgl. Fig. 311) gehörten zum Costüm des Tragöden; Kleider nach 
dem Schnitt des Alltagslebens, aber von möglichst grellen Farben, sowie 
niedrige Schuhe (soccus) zu dem des Komöden. 
Als besondere Gattungen der scenischen Darstellungen haben wir noch 
der atellanae, des nuänus und des pantmnimus zu erwähnen. Die Atel- 
lanae fabulae, ein nach der oskischen Stadt Atella benanntes und schon 
frühzeitig in Rom eingebürgertes, äeht nationales imd dem Charakter der 
Italiener zusagendes Possenspiel, wurde von jungen Bürgern in feststehen- 
den Charaktermasken aufgeführt. Zu diesen Masken der Atellanen, welche 
wir in der commedia delf arte noch heutzutage wiedererkennen, gehörte 
der Maccus (Arlechino), der Pappus oder-Casnar, der gute Alte und 
Sündenbock im Spiel (Pantaleone), der Buceo oder der Vielfrafs (Brighella) 
und der Dossennus, der buckliche Schlaukopf und Wahrsager (Dottore). 
Ursprünglich ohne jegliche bindende Form die städtischen Gewerbe, vor- 
zugsweise aber das Landleben parodirend, erhielten diese Volksspiele nach
        

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