Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-729066
700 
amphithe 
ßatralischc 
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nach 
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Der dritte Zweck, welchem wenigstens einige der Amphitheater ge- 
dient haben, war die Aufführung von Naumachien oder Seegefechten. 
Durch Röhrenleitung und Canäle mit Schleusen konnte die Arena unter 
Wasser gesetzt werden, oder es wurden besondere Bassins liir solche 
Seegefechtc gegraben. So wissen wir, dafs Caesar die erste naumachia 
im J. 46 v. Chr. auf dem Campus Martins anlegen liefs, in der zwei mit 
1000 Seesoldaten und 2000 Ruderern bemannte Flotten gegen einander 
maneuvrirten; eine steinerne Naumachie erbaute Augustus im J. 2 v. Chr. 
bei der Dedication des Tempels des Mars Ultor, bei den ltorti Caesaris 
in der Nähe des Tiber, auf welcher von dreifsig Schiffen eine Seeschlacht 
zwischen Persern und Athenern aufgeführt wurde; Titus und Domitian 
hingegen benutzten das flavische Amphitheater (Coliseo) zu Seegefechten. 
Von den noch erhaltenen Amphitheatern zeigt das zu Capua am deutlich- 
sten die Vorrichtungen, um die Arena für die Naumachien unter Wasser 
zu setzen. Die gröfste aber ivon allen Naumachien war die von Claudius 
im J. 52 n. Chr. auf dem Fuscincr See gegebene. Hundert vollständig 
armirte Kriegsschille, mit 19,000 Mann besetzt, rückten auf das Signal, 
welches ein aus der Mitte des Sees auitauchender silberner Triton mit der 
Trompete gab, gegen einander, und dal's es keinesweges ein Scheingefecht 
gewesen ist, bezeugt die Zahl der Umgckommenen. 
Scbliefslich erwähnen wir noch, dafs auch zur Abwechselung kleine 
scenische Darstellungen, deren Stoff der Geschichte oder dem Sagenkreise 
entlehnt war, in der Arena mit einer haarsträubenden Naturtreue aufge- 
führt wurden. Zum Tode verurtheilte Verbrecher mufsten sich dazu her- 
geben, den Mucius Scaevola, wie er seine Hand im Feuer verkohlen läfst, 
den Hercules auf dem brennenden Scheiterhaufen, den Räuber Laureolus, 
wie er ans Kreuz genagelt von Thieren zerfleischt wird, den Orpheus, 
wie er von Bären zerrissen wird, darzustellen. Daneben wurden frivole 
Scenen, in ein mythologisches Gewand gehüllt, dargestellt, und Zwerge 
und Frauen traten als Klopffechter in der Arena auf. Kurz es wurde 
Alles aufgeboten; das Volk in einem ewigen Sinnentaumel zu erhalten. 
Dies waren die Vergnügungen, dies die leichten Zerstreuungen, wie der 
strenge Sittenrichter Seneca sie bezeichnet, denen alle Schichten der Be- 
völkerung sich am Ende der Republik und während der Kaiserzeit willig 
hingaben. 
106. Für die dritte Gattung der ölfentlichen Spiele, die dramatischen 
Aufführungen, war das Theater bestimmt, dessen bauliche Einrichtung 
bereits im S 84 ausführlich behandelt und durch mannigfache Beispiele
        

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