Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728982
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Die 
amphitheatralischen Spiele. 
Gladiatoren. 
Wie schon oben angedeutet unterschieden sich die Gladiatoren nach 
ihrer Bewaffnung und demgemäfs auch nach ihrer Kampfesweise. Die 
Samnites zunächst hatten ihren Namen nach der ihnen eigenthümlichen, 
von den Samnitern entlehnten Ausrüstung erhalten. Die Campaner sollen 
nach der Besiegung der Samniter durch den Dictator Papirius Cursor im 
Jahre 444 d. St. aus Hafs gegen die Besiegten die kriegerische Ausrüstung 
derselben als Tracht für ihre Gladiatoren gewählt haben. Dieselbe bestand 
in einem grofsen oblongen Schild (scutuinz), einem Visirhelm mit Kamm 
und Federbusch, einer Schiene am linken Bein, einem Aermel von Leder 
oder Metall mit einem die Höhe der Schulter überragenden Schu_lterstück 
(galcrus) (vgl. Bullet. Napol. Nuova Ser. I. Tav. 7) für den rechten 
Arm und einem kurzen Schwerte. Auf den zahlreich vorhandenen Gla- 
diatoren-Monumenten, welche zum grofsen Theil einer späteren Periode 
angehören, sind wir freilich nicht im Stande mit Bestimmtheit den sanmi- 
tischen Gladiator von den anderen zu unterscheiden, da namentlich der 
charakteristische samnitische Schild fehlt. Ebensowenig stellt sich aus den 
Worten der alten Autoren mit Gewifsheit heraus, welche Gattung von 
Gladiatoren bestimmt gewesen war, als Antagonisten in der Arena den 
Samnites entgegenzutreten; denn es war eine Eigenthümlichkeit der Gla- 
diatorenkämpfe, dal's nicht mit gleichen Waffen gekämpft werden durfte, 
sondern verschieden ausgerüstete Gladiatoren einander gegenübergestellt 
wurden.  Die zweite namentlich während der Kaiserzeit sehr beliebte 
Classe der Gladiatoren waren die secutores, welche in den retiarii ihre 
Gegenkämpfer hatten. Mit kurzer Tunica oder Schurz (sublzyaculuenz) und 
einem Leibgurt bekleidet, den linken Arm häufig mit einem Aermel bedeckt, 
ohne jegliche Kopfbedeckung und nur mit einem Dreizaek (fuscina, tri- 
dens) und dem Dolchmesser als Angrilfswaffen versehen, führten letz- 
tere aufserdem ein grofses Netz (iaculum), mit welchem sie den mit 
Helm, Schild und Schwert bewaffneten Secutor durch einen geschickten 
Wurf zu umstricken suchten, worauf sie denselben mit dem Dreizaek an- 
grilfen. Von einem solchen Kampf, welcher von je fünf Secutores und 
Retiarii gregatim ausgeführt wurde, berichtet Sueton im Leben des Cali- 
gula (c. 30). Ohne Kampf unterlagen die Retiarii. Als aber auf Befehl 
des Kaisers die Retiarii getödtet werden sollten, ergriff einer derselben 
plötzlich die Fuscina und tödtete sämmtliche Secutores. Das unter Fig. 
495 a, b abgebildete Mosaik dürfte diese Kainpfesart vollkommen vergegen- 
wärtigen. Auf der oberen Hälfte (Fig. 495a) dringt der Secutor, ver- 
strickt in das über ihn geworfene Netz, mit dem Dolch auf den zu Bo- 
den gesunkenen Retiarius ein, welcher, da ihm der Dreizaek entfallen ist,
        

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