Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728882
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Die circensischen Spiele. 
linken Seite vom Haupteingange liegenden Schranken. Ein solches sieben- 
maliges Rennen hiefs messus, jeder einzelne Umlauf Curriculum oder spa- 
tium. Gewöhnlich rannten gleichzeitig vier Wagen, und derjenige wurde 
als Sieger begrüfst, welcher nach dem letzten Umlauf zuerst an dem vor 
dem Eingange der links gelegenen Carceres auf dem Boden mit Kreide 
bezeichneten Male anlangte. Zur Zeit der Republik war die gewöhnliche 
Zahl der im Laufe eines Tages veranstalteten nzissus etwa zehn oder 
zwölf, und erst seit Caligula scheint diese Zahl bis auf vierundzwanzig 
vermehrt und letztere meist üblich geworden zu sein. Natürlich füllten 
diese Rennen den ganzen Tag vollkommen aus. Rechnet man nämlich die 
Länge des Circus Maximus auf drei Stadien, welche bei jedem Missus 
also vierzehnmal durchmessen werden mufste (nämlich siebenmal die dop- 
pelte Länge der Rennbahn), so ergiebt die Gesammtlänge der zu durch- 
laufenden Bahn eine Strecke von 25,176 rheinl. Fufs oder fast lf-a geo- 
graphischen Meilen. Mit Einschlufs aller Vorbereitungen, der Beseitigung 
der Hindernisse, welche etwa durch die Zertrümmerung von Wagen ein- 
traten, der kleineren zwischen je sechs Rennen gemachten Pausen, sowie 
einer gröfseren, welche wahrscheinlich, ebenso wie bei den Gladiatoren- 
kämpfen, um die Mittagsstunde eintrat, kann man' bei vierundzwanzig 
Rennen, wenn die Tageszeit zu zwölf Stunden angenommen wird, die 
Dauer jedes Rennens auf etwa fünfundzwanzig Minuten berechnenl. 
WVie bereits erwähnt durchfuhren gewöhnlich vier Gespanne gleich- 
zeitig die Bahn. Dafs aber auch in einigen Circus sechs Wagen zugleich 
auf dem Kampfplatz aufgetreten sein müssen, geht theils aus den wenig- 
stens zeitweise vorkommenden sechs Circusparteien, über die wir sogleich 
sprechen werden, theils daraus hervor, dal's der Circus des Maxentius 
nachweisbar zwölf Carceres gehabt hat. Wenn freilich auf der Mosaik 
von Italica (Laborde, Mosaique d'ltalica) eilf Carceres dargestellt sind, so 
möchte diese ungerade Zahl wohl eher einem Mangel in der Zeichnung 
zuzuschreiben sein, als dafs diese Verhältnisse wirklich existirt hätten.  
Schon zur Zeit der Republik, wo die Wettkämpfe in der Arena bereits 
die Theilnahme des Publicums im höchsten Grade in Anspruch nahmen, 
hatten sich zwei Parteien (factiones) im Circus gebildet, deren jede wahr- 
scheinlich zwei von den in jedem Missus auftretenden Gespannen stellte 
und ihre Lenker durch weifse und rothe Tuniken kennzeichnete. Nach 
diesen Farben nannten sich diese beiden Parteien die factio albata und 
russata. Das stets wachsende Gefallen, die von den Römern bis zum 
Pferderennen 
1 Bei unseren 
zurückgelegt. 
wird 
die 
Meile 
deutsche 
etwa 
10 
bis 
Minuten 
12
        

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