Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728864
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Die circensischeu Spiele. 
zu dessen beiden Seiten die Schranken (carceres) zur Aufnahme der für 
den Wettlauf bestimmten Wagen sich befanden, so erblickte man in der 
Mitte der Bahn die spina, mit je drei metae in Gestalt kegelförmiger 
Säulen an ihren Enden. Der Raum auf der Spina zwischen diesen Meten 
war mit Säulen, kleinen Heiligthümern, Götterbildern und anfänglich mit 
einem Mastbaum geschmückt, den aber Augustus durch den, gegenwärtig 
auf der Piazlza del Popolo aufgestellten Obelisk crsetztcb Aufserdcm be- 
fanden sich hier auf einem hohen Unterbau sieben Wasserspeiende Del- 
phine, welche M. Agrippa, wahrscheinlich mit Beziehung auf die dem 
Neptunus Equester geheiligten Wettrennen, aufstcllte. Endlich war hier 
ein Gestell oder, wie aus der Reliefdarstellnng eines Circus (Gerhard, An- 
tike Bildwerke. Taf. CXX, 2) ersichtlich ist, neben den Schranken ein 
Altar angebracht, auf welchem sieben eiförmig gestaltete Körper (ova) 
lagen, ohne Zweifel in symbolischer Beziehung auf die Geburt der Rosse- 
bändiger par exceZle-nce, des (Taster und Pollux. Nach jedesmaliger Voll- 
endung der für jedes einzelne Rennen festgesetzten sieben Umläufe wurde 
nämlich eins dieser Eier von seinem Postamente herabgenommen, um den 
Zuschauern die Zahl der geschehenen Umläufe anzuzeigen. Diese Ein- 
richtungen vergegenwärtigt uns wenigstens theilweise ein grofses, im Circus 
zu Lyon aufgefundenes Mosaik von 15 Fufs 6 Zoll Länge und 9 Fufs 
6 Zoll Höhe (Fig. 493). Auf beiden Seiten des Haupteinganges befinden 
sich je vier durch Gitter geschlossene Carceres; je drei kegelförmig gestal- 
tete Meten ruhen auf zwei halbkreisförmigen Basen. Die Stelle der Spina 
vertreten hier zwei grofse mit einer Brüstung von gcbrannten_Ziegeln ver- 
sehene Bassins, deren jedes durch sieben wasserspeiende Delphine gespeist 
wird. Zwischen beiden Bassins erhebt sich ein Obelisk, und auf zwei quer 
durch dieselben laufenden Pfahlreihen sind jene vorhin erwähnten Ova auf- 
gestellt. Zur Vervollständigung unserer Anschauung vergleiche man hiermit 
ein Sarkophagrelief (Gerhard, Antike Bildwerke. Taf. CXX, 2) aus spät- 
römischer Zeit (vgl. 8.667), auf dessen unterer Hälfte ein wahrscheinlich in 
Gegenwart des Kaisers Maximinus abgehaltenes Wettfahren im Circus dar- 
gestellt ist. Hier sind die acht Schranken durch Hermen von einander ge- 
trennt; auf der durch Meten begrenzten Spina erheben sich in der Mitte der 
Obelisk, daneben zwei korinthische Säulen, die eine mit einer Gewandfigtlr, 
die andere mit einer Victoria auf ihrer Spitze, und zwischen ihnen ein mit 
Delphinen geschmückter korinthischer Unterbau, während abseits ein kleiner 
Altar steht, auf welchem dem Anschein nach jene Ova aufgestellt sind. 
den 
einen 
1 Kaiser Conslantius fügte noch 
Platz vor dem Latrran schmückt. 
zweiten, 
iheren 
Obelisk 
welcher jetzt 
hinzu,
        

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