Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728849
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Die oircensischen Spiele. 
zuerst als ludi votivi, im folgenden Jahre aber bereits als lucli statt am 
5. Juli begangen und später auf die Zeit vom 5. oder 6. bis zum 13. Juli 
ausgedehnt wurden. Mit ihrer Besorgung war der praetor zwbanzts be- 
traut; auf den letzten Tag fielen circensische Spiele, während die voran- 
gehenden mit scenischen Darstellungen ausgefüllt waren. Zum Gedächtnifs 
der Ankunft der Magna Mater in Rom (vgl. S. 487) wurden zuerst am 
12. April des Jahres 204 v. Chr. die Zucli Megalenses eingesetzt, welche 
gleichfalls mit circensischen Vorstellungen schlossen. IDa jedoch die Feier 
der Cerealien, wie erwähnt, vom 12. bis 19. April ausgedehnt worden 
war, so wurden die megalensischen Spiele auf die Zeit vom 4. bis 
10. April zurückgeschoben. Ueberhaupt ist zu bemerken, dal's eine Ver- 
längerung von Festzeiten nicht durch I-Iinzufügung von Tagen, welche 
den ursprünglich für die Feier angesetzten folgten, sondern der denselben 
vorangehenden geschah. Schliefslich erwähnen wir noch der Floralia, die 
in der Zeit vom 28. April bis zum 3. Mai gefeiert und durch Jagden 
auf zahmes Wild am letzten Festtage im Circus Maximus verherrlicht 
wurden; ferner der auf die Thaten Caesar's und Augustus bezüglichen 
Spiele, wie die ludi victoviae Caesaris, die Augustalia u. a. m., welche 
sich theils längere, theils kürzere Zeit erhalten haben und sämmtlich mit 
einer circensischen Festfeier schlossen. 
Wie bereits auf S. 500 erwähnt war der im Thale zwischen dem 
Palatin und Aventin gelegene, unter Fig. 433 nach Canina's Restauration ab- 
gebildete Circus Maximus die älteste und gröfste Rennbahn Roms. Der 
Bau eines zweiten, des'Circus des Flaminius, erfolgte im Jahre 220 v. Chr. 
durch den Censor C. Flaminius auf den Pratis Flaminiis, dem später meh- 
rere andere, theilweise noch in ihren Ruinen erkennbare Rennbahnen 
sich anschlossen, wie die von Caligula in den Gärten der Agrippina an- 
gelegte und unter dem Namen des Circus des Nero bekannte, ferner der 
neben dem Grabmale der Caecilia Metella gelegene und fälschlich als 
circa (a: Caracalla bezeichnete, aber erst von Romulus, dem Sohn des 
Maxentius, erbaute Circus. Ebenso aber wie in Rom befanden sich auch 
in vielen anderen Städten des Reiches Rennbahnen, wie unter anderen 
eine solche in den Ruinen der Stadt Bovillae (vergl. Fig. 432) sich er- 
halten hat. Aus der Vergleichung dieses Grundrisses mit mannigfachen 
bildlichen Darstellungen und schriftlichen Ueberlieferungen über die in- 
nere Einrichtung des gegenwärtig freilich gänzlich verschwundenen Circus 
Maximus zu Rom sind wir aber im Stande, ein Bild dieser grofsartigen 
Baulichkeit, sowie der in ihr gefeierten Festspiele zu entwerfen. 
Schritt man durch den für den Festzug bestimmten Haupteingang,
        

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