Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728773
Die Priesterthümer. 
Salier. 
Die 
Die Fetiales. 
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ständliche Gesänge (awamenta, assamenta, carnzina saliaria) anstimmten. 
In diesen wurden Ianus, Iupiter, Iuno, Minerva und Mars gepriesen, und 
als eine besondere Auszeichnung galt es, wenn die Namen berühmter 
Verstorbener in sie aufgenommen wurden. Während des gröfsten Theils 
des März wurden diese Processionen täglich wiederholt und allabendlich 
endeten sie vor den Standquartieren (onansiones) der 
FiädgL Salier, deren es in Rom mehrere gab. Die Ancilien wur- 
 den abgelegt und von Dienern, aber ohne dafs sie die- 
  1 selben berühren durften, an Stangen in die Quartiere 
Ä flimmm  getragen, wo sie die Nacht über aufbewahrt wurden; 
l' ein Festschmaus, der wegen der dabei herrschenden 
Ueppigkeit sogar sprüchwörtlich geworden war, bildete 
den Beschlufs des jedesmaligen Umzuges. Jene eben erwähnte Sitte, die 
Ancilien an einer Stange gereiht von den Dienern der Salier tragen zu 
lassen, veranschaulicht uns ein geschnittener Stein der Florentiner Samm- 
lung (Fig. 491); ebenso lernen wir die Form dieses Schildes aus einer 
Silbermiinze der gens "Izicinia (Cohen, Descr: gen. des monnaies de la 
republ. rom. pl. XXIV) kennen, auf der zwei Ancilien und zwischen ihnen 
der Apex der Salier mit der Umschrift PVBL. STOLO III VIR abge- 
bildet sind. 
Das sechste Priestercollegium für die sacra publica war das der 
Fetiales, dessen Stiftung gleichfalls auf die Zeit der ersten Könige zurück- 
geführt wurde. War der Staat in seinen Rechten von einem anderen 
Volke gekränkt, sollte eine Kriegserklärung geschehen und nach Beendi- 
gung des Kampfes Frieden geschlossen werden, sollten endlich die ge- 
schlossenen Verträge ihre rechtliche Gültigkeit erhalten, so wurden die 
Fetialen zur Vollziehung der für alle diese Fälle nothwendigen Verhand- 
lungen und Sühnungen herangezogen. In dem Falle, dafs die Römer ihre 
Rechte beeinträchtigt sahen oder dafs es, wie es später häufig genug vor- 
kam, in ihrer Politik lag, einem benachbarten Volke den Krieg zu erklären, 
entsandten die Könige und später der Senat gewöhnlich vier Fetialen 
mit ihrem Sprecher, dem pater patratus, an der Spitze, mit der Auffor- 
derung zur Sühne oder Entschädigung. In priesterlichen Gewändern, unter 
Voraustragung der heiligen Kräuter (sagvnina), welche der Consul oder 
Praetor vom Capitol der Gesandtschaft zu überliefern hatte und mit denen 
die Stirn des pater patratus berührt wurde, zogen die Fetialen bis zur 
Grenze des feindlichen Gebietes und forderten hier Genugthuung, indem 
sie die Götter als Zeugen anriefen und auf ihr Haupt den göttlichen Zorn 
lterabbeschworen, wenn ihre Forderungen ungerecht wären. Nach Ueber-
        

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