Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728738
Die Priesterthürr 
Augures. 
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sendet war, um- das Idol der Cybele nach Rom zu bringen, mit dem Bilde 
der Göttin auf dem Verdecke, wie es von der Vestalin Claudia Quinta zur 
Rettung ihrer angezwcifelten Keuschheit mit ihrem Gürtel in den Hafen des 
Tiber geleitet wird. Das andere Denkmal, ein Sarkophagrelief aus spät- 
römiseher Zeit (Gerhard, Antike Denkm. Taf. CXX. 1) veranschaulicht uns 
einen Theil der grofsen Pompa, welche an den Megalenses die Festspiele im 
Circus erölfnete. Das Bild der Cybele auf ihrem von Löwen gezogenen 
Wagen wird hier auf einer sehr langen Bahre auf den Schultern von 
siebzehn Trägern unter Posaunenschall getragen, vielleicht deutet die 
offenbar weibliche Haarfrisur der Träger auf die Maskenscherze, welche 
von dem Volke bei der Feier dieses Festes vorgenommen wurden. In den 
beiden dem Zuge voranschreitenden, mit der Toga bekleideten Personen 
glauben wir aber zwei X Vmiri zu erkennen, deren Anordnung und Be- 
aufsichtigung die in Rom eingeführten Culte unterworfen waren. 
Dem vorigen Collegium an Zahl gleich war das der augures, dessen 
Einsetzung mit der Gründung der Stadt zusammenfiel, da Romulus bereits 
als erster Augur genannt wird. Sollte die Genehmigung einer Gottheit zu 
irgend einer politischen oder religiösen Handlung eingeholt werden, so 
hatte der Augur den Willen derselben nach gewissen Regeln zu erforschen 
und vermöge seiner Wissenschaft die Bedingungen zu bestimmen, unter 
denen ein Zeichen überhaupt erscheinen mulste und unter denen dasselbe 
für das Unternehmen entweder von günstiger oder ungünstiger Vorbedeu- 
tung war. Keine Staatshandlung im Frieden oder Kriege durfte ohne 
vorhergegangene Auspicien angestellt werden, beim Auszug in den Kampf, 
bei den Comitien, bei dem Amtsantritt der Magistrate und den WVeihen 
der grofsen Priesterämter, bei Inaugurationen und Exaugurationen, überall 
wurden die Auguren hinzugezogen und hatten die an sie von den Magi- 
straten gestellten Fragen, denn diesen stand allein das Recht zu im Namen 
des Staates Auspieien anzuordnen (spectio), aus der Beobachtung der 
Auspicien zu beantworten (nuntiatio). Daher die wichtige Stellung der 
Auguren und ihr Einilufs auf den Gang der politischen Begebenheiten. 
Beim Auspiciren nahm der Augur, nachdem er mit seinem ltituzes, 
bligfss" einem knotenlosen, an seiner Spitze leicht gebogenen Stube 
(Fig. 488), das auf S. 349 f. ausführlich beschriebene  
oder den für seine Beobachtungen heiligen Bezirk abgegrenzt 
und in Regionen eingetlieilt hatte, im Mittelpunkt desselben, wo- 
selbst ein Zelt (tabernaczoluvn) aufgeschlagen war, den Blick nach 
dem Süden gewandt, seine Stellung und schaute nach vorangegangenen] 
Gebet erwartungsvoll auf die sich zeigenden Zeichen. Blitz und der Flug
        

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