Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728718
Die Priesterthümex 
Die Vestalinnen. 
Die VII viri 
epulones. 
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gefeierten Pferderennen verbunden war; hier pflegte man nämlich das 
rechte Pferd des siegreichen Zweigespannes zu opfern; den abgehauenen 
Schweif desselben brachte man in die Regia und tröpfelte das aus dieser 
Wunde iliefsende Blut in das Feuer des Altars, während das Blut des 
Pferdes selbst in dem Vestatempel aufbewahrt und nebst der Asche des 
an den "Fordicidien verbrannten Kalbes als Lustrationsmittel gebraucht 
wurde. Entsprechend dem einfachen Opfer, das auf dem häuslichen Heerde 
den Penaten dargebracht wurde, bestand auch das auf dem Heerde der 
Vesta aus einer in einem irdenen Topfe gekochten Salzlake (muries) und 
der mola sal-sa, gesalzenem Schrot von gedörrtem Spelt. Bei diesen täg- 
lichen Opfern sowohl, wie bei aufsergewöhnliehen zu Zeiten der Noth 
angestellten, hatten die Priesterinnen Gebete für das Volk zu verrichten. 
Wie bekannt wurde der Bruch der Keuschheit mit dem Tode bestraft: 
auf einer Bahre ward die Schuldige auf den campus sceleratus vor dem 
collinischen Thore hinausgetragen, hier mit Ruthen gepeitscht und sodann, 
da die Hinrichtung einer Vestapriesterin als ein nefas galt, lebendig ein- 
gemauert, und nur durch ein von der Göttin selbst ausgehendes Prodigium 
konnte die Unglückliche gerettet werden. Etwa zwölf Fälle sind uns von 
Vollstreckungen des Todesurtheils an Vestalinnen bekannt.  
Nachdem wir in dem Vorhergehenden das Collegium der Pontifices 
nebst den mit demselben vereinigten Priesterthümern betrachtet haben, 
gehen wir zu den übrigen Collegien über, nämlich den VII eiri epulovzes, 
den XV viri sacoris faciztndis, den augures, Sal-ii und F eziiales. Was 
zunächst die VII eeri epulones betrifft, so fällt ihre Einführung erst in 
das Jahr 196 v. Chr., wo wegen Ueberlastung der Pontiliees mit Opfer- 
handlungen ein Collegium von sieben Mitgliedern eingesetzt wurde, haupt- 
sächlich bestimmt, das Opfermahl (epulum Iovis), welches am 14. November 
im lupitertempel auf dem Capitol unter Betheiligung des ganzen Senats 
gefeiert wurde, zu vollziehen; mit diesem Festmahl waren am darauf fol- 
genden Tage die ludi plebeii verbunden. Die vielfachen Veranlassungen, 
welche in späterer Zeit die Veranstaltung von Opfermahlzeiten auf dem 
Capitol hervorriefen, vermehrten auch die Thätigkeit dieses Collegium, da 
ihm die Ausrichtung dieser säinmtlichen öffentlichen Mahlzeiten übertragen 
wurde. 
Waren nun die bisher genannten Pontiiicalcollegien zur Wahrung 
der Culte der altrömisehen Gottheiten, der die patrii, bestimmt, so war 
die Aufsicht über diejenigen fremden in Rom eingeführten Göttereulte, dii 
peregrini, welche vom Staate als ölfentliche anerkannt waren, den X V viri 
sacris faciundis übertragen. Dieses Priestereolleg, zur Zeit des Tarquinius
        

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