Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728636
Der 
Acker 
und Wei 
ubau 
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Gewöhnlich wurde mit einem Paar Ochsen gepllügt, mit mehreren Paaren 
aber, sobald der Boden es erforderte. Von den übrigen Ackergeräthen 
nennen wir die Egge (occa, crater), welche damals dieselbe Anwendung 
fand wie jetzt, ferner zum Ausreifsen von Wurzeln und Unkraut eine 
mit eisernen Haken besetzte Hacke (irperc), welche gleichfalls durch 
Ochsen gezogen wurde. Aufser diesen hatte man als Instrumente für den 
Garten- und Feldbau eine mit zwei Zinken versehene Hacke (biclens), 
den Rechen (rastrum), Hacken für Gärten und Weinberge (lege), Schau- 
feln (pala, rutrzwn) u. a. m. Zum Beschneiden der Bäume und Wein- 
stöcke bediente man sich der Hippe (falx), für erstere eines einfachen 
krummen Gartenmessers (falu: arboraria), für letztere eines krummen 
Messers mit einer neben der Klinge angebrachten Spitze zum Stechen 
und Ritzen (fala: einitoria). Zum Mähen des Grases und Gctreides 
wurde die Sichel gewählt, mit der man die Halme nicht allzunahe an 
ihrer Wurzel abschnitt; in Körben wurden sodann die Aehren gesammelt 
und auf einem freien Platze, dessen Erdreich festgestampft war, darin also 
unserer Tenne glich, ausgeschüttet und durch Ochsen ausgetreten; ein 
Verfahren, wie es auch heute noch in südlichen Gegenden üblich ist. 
Auch wendete man zu diesem Zwecke das tribulum an, ein Brett, an 
dessen unteren Seite, nach der Erklärung des Van-o, Erhöhungen von 
Stein oder Eisen angebracht waren und welches, während der Landmann 
auf demselben stand, von Ochsen über die Aehren gezogen wurde. Waren 
die Körner in dieser Weise ausgedroschen, so überliefs man es dem 
Winde die Spreu hinwegzuwehen, oder es wurde die Reinigung mittelst 
der Wurfschaufel vollzogen. Hierauf kam das Getreide in die Kornmaga- 
zine, entweder nach Art der noch heute in den südlichen Gegenden ge- 
bräuchlichen Silos construirte Gruben (koweum subterraneuan), oder 
trockene auf Säulen ruhende luftige Speicher (horreu-zn pensile). Solche 
Kornspeicher wurden auch für Zeiten der Noth von Staats wegen ange- 
legt, wozu die erste Idee bekanntlich vom C. Sempronius Gracchus aus- 
ging. Die Ruinen der grofsen horerea populz" Romane sah man noch im 
sechszehnten Jahrhundert zwischen dem Aventin und dem Monte Testa- 
ceo, jedoch sind auch sie gegenwärtig ebenso verschwunden, wie die nach 
ihren Erbauern genannten kowea Anvlceti, Vargunteii, Seiani, Augusti 
Domitiand. 
Nächst dem Ackerbau legten die Römer auf die Cultur des Wein- 
StOCkS großes Gewicht In Gruben oder Furchen wurden die Setzlinge 
gepflanzt und die Reben an Baumpflanzungen, vorzugsweise an Ulmen, 
welche man, wenn der Boden zwischen ihnen noch zum Ackerbau benutzt 
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