Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728615
Die Bibliotheken. 
Der 
Ackerbau. 
655 
bei öffentlichen Verhandlungen etwa vorzulegen hatten. Mehrere mit der 
Toga bekleidete Statuen (Augusteum Taf. 117. 119) haben ein solches 
Scrinium neben sich stehen, und auf einer Reliefdarstellungl eines Zuges 
von Magistratspersonen werden von den Magistratsdienern, den appa- 
ritores, ein solches Scrinium, eine Sella curulis und Bücher vorauf- 
getragen. lm eigenen Hause jedoch wurden die Bücher in besonderen 
Bibliothekzimmern aufgestellt, welche nach Vitruv's Vorschrift, um das 
Eindringen des Frühlichts zu ermöglichen und die Bücher gegen Moder 
zu bewahren, nach Osten gelegen sein mufsten. Auch in Herculanum hat 
man ein solches kleines Bibliothekzimmer entdeckt, noch besetzt mit offenen 
Repositorien, in denen 1700 Schriftrollen lagen. Wie bändereieh übrigens 
diese Privatbibliotheken mitunter waren geht daraus hervor, dafs unter 
anderen der Grammatiker Epaphroditus 30,000 und Sammonius Severus, 
der Erzieher des jüngeren Gordian, 62,000 Bücher besafs. Die eitele 
Prunksucht der Reichen zeigte sich aber auch hier wiederum darin, dal's 
sie, um sich einen Anstrich von Gelehrsamkeit zu geben, in ihren Häusern 
Bibliotheken anlegten, jedoch vnicht als Mittel für Studien e, wie Seneca 
sagt, wsondern als Schmuck für die Wände und zur Schaustellung; unter 
so vielen Tausenden von Büchern gähne der Besitzer und habe sein gröfstes 
Wohlgefallen an den Aufschriften und Titeln; gerade bei dem gröfsten 
Miifsiggänger linde man nicht selten alle nur möglichen YVerke und Bücher- 
schränke bis an das Dach hinan aufgethürmtgß die Worte des Plinius über 
die oft lächerliche Ausschmückung der Bibliothekzimmer solcher unwis- 
senden Bibliophilen haben wir bereits auf S. 556 angeführt. Von öffent- 
lichen Bibliotheken besafs aber Rom nach der Angabe des Publius Victor 
nicht weniger als neunundzwanzig; die erste wurde vom Asinius Polio 
im Vorhofe des Friedenstempels angelegt; zwei neue entstanden unter 
Augustus, die octavische und palatinische, und unter Tilierius, Vespasian, 
Domitian und Trajan wurde diese Zahl durch Anlage neuer Bibliotheken 
vermehrt, unter denen die von dem letztgenannten Kaiser gegründete, die 
ulpisehe, die bedeutendste war.  
Nur der Gutsbesitz ist eines freien Mannes würdig, so lauteten die 
Schlufsworte Cicerds in seinem Urtheile über die bürgerlichen Beschäfti- 
gungsweisen der Römer, und so sehen wir denn auch zur Zeit der 
Einfachheit der Sitten den römischen Adel selbst das Feld bebauen und 
die Aufsicht über die Bestellung seines Ackers führen. Klein waren 
diese Landgüter, aber die sorgfältige Pflege, die der Besitzer mit Hülfe 
M icali, 
Monumenti 
Per 
alla 
servire 
storia 
ilal. 
ant. popoli 
degli 
Tav. 112. 
Atlas.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.