Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722535
dite, die hier unter dem Namen der v Olympischen (K verehrt wurden 
(Paus. III, 12, 11). Auf kreisrunde Form deutet auch der Ausdruck Tholos 
((96109), welchen Pausanias dem Gebäude bei dem Buleuterion zu Athen 
giebt und in welchem die Prytanen ihre Opfer darzubringen pflegten. 
Kleine silberne Bilder, sowie die Statuen der den einzelnen Phylen vor- 
stehenden Heroen befanden sich darin. Ebenso scheinen einige Tempel zu 
Plataeae und Delphi eine runde Form gehabt zu haben, ohne dafs Näheres 
über ihre Anlage mitgetheilt wäre. Ein Rundbau, olmyua nsgtrpsgäg, be- 
fand sich im Haine Altis zu Olympia. Derselbe war von Philippos dem 
Könige von Makedonien nach der Schlacht von Chaeronea (Ol. 110, 3) 
errichtet werden und wurde nach ihm Philippeum genannt. Der Bau war 
aus gebrannten Ziegeln errichtet, Säulen standen rings umher (es war ein 
Peripteros) und auf der Spitze befand sich ein eherner Zierrath in Form 
eines Mohnkopfes, wodurch zugleich die Balken des Daches zusammen- 
gehalten wurden. Im Innern standen die von Leochares aus Gold und 
Elfenbein gearbeiteten Gestalten des Philippos, seines Vaters Amyntas und 
seines Sohnes Alexanders des Grofscn, sowie die der Olympia und der 
Eurydike. Ganz abgesehen davon, ob das Philippeum die Bedeutung eines 
Tempels gehabt habe oder nicht, so kann man es doch als Analogon 
Fig 3a wirklicher Rundtempel betrachten und sich 
"w; diese letzteren danach vergegenwärtigen, wes- 
Äiw. 1x halb unter Fig. 36 auch die von Hirt versuchte 
K. x;  .Ä Restauration dieses Gebäudes im Grundrifs hin- 
.  ß  zugefügt wird. 
.  o, Für die Form des Rundtempels, welche 
ä  9 Vitruv Monopteros nennt und welche nur aus 
.  J 9 einer offenen Säulenstellung mit iibergelegtem 
X9 . . o Gebälk und Dach bestand, kann das ehora- 
iif gisehe Monument des Lysikrates zu Athen als 
Analogon betrachtet werden, welches später bei Gelegenheit der Profan- 
Architektur seine weitere Behandlung finden wird. 
b) Doppeltempel. Es werden von den Alten mehrere Tempel erwähnt, 
in denen zwei Gottheiten, und zwar jede derselben in einem bestimmten 
Raume, verehrt wurden. In diesem Fall mufste die Cella getheilt werden, 
daher der Ausdruck vaög cianloüg, und dies scheint auf verschiedene 
Weise geschehen zu sein. Die seltenste und aufsergewöhnlichste Art be- 
stand darin, die für die verschiedenen Gottheiten bestimmten Räume über- 
einander anzulegen. Pausanias kannte davon nur ein Beispiel. Es befand 
sich nämlich zu Sparta ein alter Tempel der vbewallheten Aphroditee,
        

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