Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728523
werden mag. Wir erblicken zunächst den grofsen Schmelzofen mit dem 
Schmelzkessel auf seiner Spitze, vor demselben einen Feuerarbeiter, der 
mit dem Haken die Glut anschürt, während ein anderer Arbeiter, auf 
seinen Sehmiedehammer gestützt, das Schmelzen der Metallmassen abzu- 
warten scheint. In dem zweiten T heile der Werkstatt liegt die Erzstatue 
eines Jünglings, in der Stellung des Adoranten auf dem Berliner Museum, 
am Boden. Ihr Kopf ist noch nicht aufgelöthet, und ein Geselle arbeitet 
mit dem Hammer an dem einen Arm der Figur. Auf der entgegengesetzten 
Seite ist die bereits im Gufs vollendete kolossale Statue eines jugendlichen 
Heros in angreifender Stellung unter einem Balkengerüst aufgestellt, deren- 
Beine durch zwei Gesellen die letzte Politur mit dem Schabeisen erhalten, 
während zwei auf ihre Stäbe gestützte und in lange Mäntel gehüllte 
Männer, vielleicht der Besitzer der Erzgiefserei und der Künstler, der 
Arbeit zuschauen. Hämmer, Sägen, modellirte Arme und Beine, eine An- 
zahl Modellköpfe, sowie einige auf Täfelchen gemalte Bilder schmücken 
ringsum die Wände des Ateliers. Vulcan's Waifenschmiede ist bereits 
unter Fig. 264 dargestellt, und Cyklopen, auf dem Ambofs das glühende 
Eisen mit ihren Hämmern bearbeitend, finden sich mehrfach auf Relief- 
darstellungen (Millin, Galerie mythol. N0. 383).  Der Thätigkeit des 
Zeugschmieds nahe verwandt ist die des Messerschmieds, in dessen Werk- 
statt und Laden uns zwei auf einem Cippus im Vatican befindliche Bas- 
reliefs versetzen'; von besonderem Interesse dürfte die letztere Darstellung 
sein, indem das reichhaltige Lager von Sicheln, gekrümmten Gartenmessern, 
wie solche bei der Cultur der Obstbäume gebraucht wurden, und langen 
Tranchirmessern, welches der hinter dem Ladentisch aufgestellte Schrank 
birgt, uns eine Vorstellung von der Kunst römischer Messerschmiede giebt. 
Die Thätigkeit der Bauhandwerker wird uns durch ein Basrelief (Millin, 
Galerie mythol. N0. 139) veranschaulicht, welches der Inschrift zufolge 
der Bauunternehmer Lucceius Peculiaris in Folge eines Traumgesichts an 
der Prosceniumswand einer Bühne angebracht hatte. Zur Seite der Be- 
schützerin des lslandwerkes, der Athene Ergane, erblicken wir hier einen 
Bildhauer an einem korinthischen Capitell arbeitend, während im Hinter- 
grunde durch eine Maschinerie, welche mittelst eines Tretrades in Bewe- 
gung gesetzt wird, der zu jenem Capitell gehörige Säulenschaft in die 
Höhe gerichtet wird. Auch sind Meifsel, Spitzeisen, Feilen, Steinbohrer 
neben halbfertigen Statuen in dem Atelier eines Bildhauers in Pompeji 
gefunden irvordcn, und Mefsgeräthe für Steinmetze oder Tischler, bestehend 
l 
und 
Jahn 
9 a. 
den Berichten 
Phil. 
der 
K. Sächs. Ges. d. Wiss. 
1861. 
Taf. IX,
        

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