Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728511
Die Sklßvßlll als Handwerker. 
Die Garki 
zheu. 
Töpfer. 
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Den Bäckereien reihen sich als Locale, in denen Lebensmittel feil- 
geboten wurden, die Garküchen oder Restaurationen untersten Ranges, 
popinae genannt, sowie diejenigen Tabernen an, in welchen vorzugsweise 
Wein verkauft wurde und die man mit- dem Namen cauponae bezeichnete. 
Beide Locale wurden nur von den untersten Volksclassen besucht und 
waren häulig die Tummelplätze des Lasters, und ein schlechtes Licht warf 
es auf einen den besseren Ständen Angehörenden, wenn er in diesen Ta- 
bernen "verkehrte. Das Gewerbe der Schankwirthe (caupo) gehörte daher 
auch zu den verachtetsten. Garküche und Weinstube können wir uns leicht 
-nach der Einrichtung der heutigen Ostericn Italiens reconstruiren, und das 
oben erwähnte Aushängeschild einer Caupona in Pompeji, sowie das unter 
Fig. 458 dargestellte Wandgemälde aus dem Innern einer solchen Schänke 
werden zur Vervollständigung des Bildes dienen; auch besitzen wir ein 
herculanisches Wandbild (Pitture d'Ercol. Vol. III. p. 227), wo auf einem 
durch eine Säulcnstellung als Forum sich ankündigenden Platze im Vorder- 
grunde der Wirth einem Gaste ein Henkelgefäfs zureicht, welches er so 
eben mit dem Inhalt eines über dem Feuer stehenden Kessels gefüllt hat, 
während im Hintergrunde eine Obstverkäuferin ihre mit Birnen gefüllten 
Körbe und ihren Grünkram feilbietet. 
Von den bildenden Handwerkern, deren Hantierungsweise uns durch 
Monumente veranschaulicht wird, nennen wir zuerst den Töpfer. Die 
beiden unter Fig. 196 und 197 abgebildeten geschnittenen Steine und die 
an dieser Stelle, sowie zu Anfang des QQO angeführten Bemerkungen 
über die griechische und römische 'I'öpferkunst haben uns bereits mit der 
bei der Bildnerei von Tongefäfsen angewandten Manipulation vertraut ge- 
macht. Auch i_n Pompeji befand sich links von der Gräberstrafse eine 
solche Töpferwerkstatt, in der sich noch ein Brennofen erhalten hat; ein 
unterer Raum diente hier zur Feuerung und war mit einer flachen durch- 
löcherten Decke versehen, durch welche die Hitze in einen darüber lie- 
genden, mit einem Topfgeivölbe überdeckten Ofen, den sogenannten Ein- 
setzraum, drang. Von ähnlicher Beschaffenheit sind auch die Ziegel- und 
Töpferöfen bei Rheiuzabcrn, von denen im J. 1858 bereits 113 Stück, 
nehmlich 36 Zicgel- und 77 Töpferöfen aufgedeckt waren, sowie die in 
der Nähe von Waiblingen im Wiirtembergischen liegenden, deren Ausgra- 
bung der Verfasser im Jahre 1840 beiwohnte. 
In die Werkstatt eines Erzgicfsers versetzt uns eine Darstellung auf 
der Aufsenseite einer Kylix des Kgl. Museums zu Berlin (Gerhard, Trink- 
schalen des Kgl. Museums. Taf. XII. XIII), welche, wenn auch eigentlich 
wohl dem Leben der Griechen angehiirend, hier dennoch mit eingereiht
        

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