Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728408
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Die 
Sklaven. 
Gaukler. 
iauge Stangen auf den Köpfen trugen, von deren Spitze ein Seil bis zur 
Erde herabhing, an welchem Knaben hinauf- und herahklolnnlen. Beson- 
ders wird die Geschicklichkeit der Ballspieler gerühmt, von welchen es 
in den nAstronomicaß des Manilius heifst: 
Fliegenden Ball mit beweglichem Fufs vermag er zu schnellen. 
Handdienst leistet der Fufs, er treibt mit dem Fufs das Ballonspiel. 
Ball auf Ball entlliegt des bethäligten Oberarms Muskeln. 
Schaaren von Bällen ergiefsen sich über die Glieder des Leibs ihm! 
So viel Glieder, so viel entwachsen auch Hände den Gliedern, 
Damit erfafst er die Kugeln, im Rückschwung schneller sie flügelnd, 
Alle gelehrig dem llIeister. 
Andere spielten mit gläsernen Ballons, die sie bald mit den Fingerspitzen, 
bald mit dem Ellenbogen auffingen. Dann gab es Männer, welche ihre 
Glieder auf die unnatürlichste Weise zu verrenken verstanden, über deren 
Teufelskünste Chrysostomus in seiner Homilie an die Bewohner von An- 
tiochia sich also vernehmen läfst: vWas kann mühsamere Anstrengung 
erfordern, als wenn ein junger Mensch sich alle Gliedmafscn durchkneten 
und durcharbeiten läfst, so dafs sie sich in biegsamster Geschmeidigkeit 
zusammcnkrümmen und, zu einem Rade gebogen, sich auf dem Boden 
her-umkreisen und, in weibischer Weichlichkeit gebrochen, ebensowenig die 
Mühsamkeit, als die schmähliche Entwürdigung scheuen? Was soll man 
zu denen sagen, die, auf der Bühne sich hereinwindend, jedes ihrer Glied- 
mafsen zu einem Flügel machen und dadurch Alles in Erstaunen setzen? 
Die aber, welche grofse Messer im Wechselwurf in die Luft schleudern 
und sie stets wieder beim Griff erhaschen, beschämen sie nicht Jeden, der 
wegen der Tugend keine Mühe übernehmen wollte? Oder was soll man 
von denen sagen, welche eine lange Stange auf der Stirn, als sei sie ein 
festgenagclter Baum, ohne Schwanken balanciren? Und das ist nocli nicht 
das Bewundernswürdigste. Sie setzten zweiKinder auf die Spitze der 
Stange und lassen sie da ringen. Die Hände und jeder andere Theil des 
Körpers sind dabei unbeweglich etcß Wir könnten diesen hier aufgezählten 
Proben antiker Gauklerstückchen noch so manche andere, wie das Feuer- 
speien, das Bauchreden, das Dressiren von Thierenl und die ganze Classe 
der Taschenspiclerkunststücke (vgl. S. 314), hinzufügen, wenn wir nicht 
befürchten müfsten, schon zu viel Raum diesem veräehtlichsten aller Ge- 
werbe gewidmet zu haben. Jenes Gebet eines Gauklers an die Götter, 
1 Ein solcher Gaukler (circulator) mit einem Affen, einem Hunde, der eine Leiter 
hinanklimmt, und den in der Jonglerie gebräuchlichen Ringen findet sich auf einer Thon- 
lampe bei Bartoli v-Lucerne sepolcraliw abgebildet. 
        

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