Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728361
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Die Sklaven. 
Die Sänfte. 
Der Wagen. 
Hang der Männer zur Bequemlichkeit die Sitte aufgekommen, sich auf 
Reisen tragen zu lassen, während innerhalb der Stadt dies allein den 
Senatoren und Frauen vom senatorischen Stande gestattet War, wenn auch 
Wohl vielfach dieses Gebot überschritten wurde. Hierfür war zunächst 
die Sänfte (lectica) bestimmt, ein mit Gurten überspanntes offenes Gestell, 
auf welchem eine Matratze und Kopfkissen lagen. Sittsame Frauen jedoch 
bedienten sich einer Sänfte mit Baldaehin und Vorhängen (vela, plagae, 
plagulae), welche auf- und zugezogen werden konnten; es glich mithin 
diese bedeckte Sänfte (lectica operta) vollkommen dem orientalischen 
Palankin, und soll sich ihr Gebrauch auch nach der Besiegung des An- 
tiochus mit so manchen anderen orientalischen Sitten in Rom eingebürgert 
haben. Mittelst Tragstangen (asseres), welche unter den Boden der 
Sänfte hindurchgesteckt waren, wurde dieselbe auf den Schultern kräftiger 
Sklaven in reich gallonirter rother Livree getragenl. Syrer, Germanen, 
Kelten, Liburner, Mösier, in späterer Zeit aber besonders Kappadocier, 
waren als Träger bestimmt, deren Zahl sich nach der Gröfse der Sänfte 
richtete. Eine geringere Zahl von Trägern erforderte der durch Claudius 
eingeführte und vorzugsweise von den Kaisern und Consularen gebrauchte 
Tragstuhl (sella gestatoria oder fertoria), der unbedeckt unseren zur 
Bequemlichkeit der Gebirgsreisenden eingeführten 'I'ragsesseln glich, be- 
deckt und durch Vorhänge geschlossen aber einige Aehnlichkeit mit den 
in früheren Zeiten üblichen Portechaisen gehabt haben mochte. Solcher 
Sänften mit den dazu gehörigen Trägern besafs jede vornehme römische 
Haushaltung unstreitig mehrere, theils zum Gebrauch des Hausherrn, theils 
zu dem der Damen; für diejenigen jedoch, deren Mittel einen solchen 
Aufwand nicht erlaubten, gab es Miethssänften, die an mehreren Punkten 
Roms, wie unter anderen an dem in der XIV. regio trans Tiberfnz ge- 
legenen Halteplatz, castra lecticariomewz genannt, ihren Standort hatten. 
Neben den Sänften wurden aber auch Wagen vorzugsweise auf Reisen 
benutzt, während ihre Verwendung in Rom selbst und wahrscheinlich auch 
in den Municipien und Kolonien gesetzlichen Beschränkungen unterlag. 
Aufser den Vestalinnen war innerhalb Roms nur den Triumphatoren, hohen 
Magistraten und Priestern bei festlichen Gelegenheiten der Gebrauch von 
Wagen gestattet; selbst der Transport von Lasten und Lebensmitteln 
mittelst Wagen war hier innerhalb der zehn Tagesstunden von Sonnen-i 
aufgang bis Sonnenuntergang verboten, und machten zur Kaiserzeit nur 
diejenigen Wagen hiervon eine Ausnahme, welche zur Fortschaffung der 
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kleine, noch unedirte Terracotte im 
'l'ragstangen getragene Sänfte dar. 
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