Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728350
Die 
Sklaven. 
629 
zugewiesenen Functionen wiederum eintrat.  Wie bereits erwähnt, er- 
forderten die Latifundien (vergl. S. 435 ff. und 438 Hi), welche an die 
Stelle der alten Bauernwirthschaften getreten waren, ein bedeutend gröfseres 
Bewirthschaftungspersonal; da gab es Ackerbausklaven, welche mit den 
verschiedenen Geschäften des Pflügens, Säens. Aerndtens, sowie mit dem 
Oel- und Weinbau betraut waren. Dazu kamen die Hirten, Sklaven für 
die Obst- und Gemüsegärtcn, die Kunstgärtner, die Beaufsichtiger des 
Hühnerhofes mit seinen verschiedenen Bewohnern und der Fischteiche, die 
Bienenzüchter und Hüter des Wildparks. Man kann sich daher nicht wun- 
dern, wenn die Bewirthschaftung derartiger ausgedehnten Landgüter oft 
allein ein Personal von mehreren Tausenden von Sklaven beanspruchte. 
Dieser durch die Vielseitigkeit der Landwirthschaft bedingten Sklaven- 
schaar stand diejenige gegenüber, welche zur Besorgung des Hauswesens 
und zur Dienstleistung an die Person des Hausherrn und seiner Familie 
für die städtischen Wohnungen der Reichen bestimmt war. Zu den 
niedrigen Haussklaven, welche als vulgares bezeichnet wurden, gehörten 
zunächst der ostiarius oder jlmztor, der von seiner cella ostiaria (vergl. 
S. 429) aus den Hauseingang zu bewachen hatte, sodann die mit der 
Beaufsichtigung der einzelnen Wohn- und Schlafzimmer beauftragten cubi- 
cularii, denen auch das Geschäft oblag, die Besucher anzumelden. Für 
dieses letztere Amt war aber in den Häusern der Vornehmen, in deren 
Vestibulum sich alltäglich in den Frühstunden eine grofse Schaar von Leu- 
ten einzufinden pflegte, entweder von Clienten, welche ihrem patronus mit 
dem als Morgengrufs üblichen Ave ihre Aufwartung (salutcttio) machten, 
oder von anderen Besuchern, ein besonderer Ausrufer (nonzenclator) be- 
stellt. Derselbe hatte auch seinen Herrn, wenn dieser sich etwa um ein Amt 
bewarb und zur Erlangung desselben so Manchen anzureden und dem- 
selben irgend eine Verbindlichkeit zu sagen sich bewogen fand, auf dessen 
Ausgängen zu begleiten, um die Namen und Verhältnisse der auf der 
Strafse ihnen begegnenden Personen demselben rasch in das Gedächtnifs 
zu rufen.  
War nun auch der Nomenclator nur in gewissen Fällen der Be- 
gleiter des Hausherrn, so folgte ihm doch stets ein Sklave (pedisegztus), 
wenn nicht etwa eine ganze Schaar derselben seine Begleitung bildete, 
.welcher bald diesen oder jenen Gegenstand seinem Gebieter nacbzutragen, 
ihn Zllm Bilde und in Gesellschaften, sowie bei nächtlicher Heimkehr mit 
F aekeln nach Hause zu geleiten hatte.  Ferner bildeten eine besondere 
Classe von Sklaven die Sänftenträger (lectiavzi). Es war nehmlieh durch 
den bereits gegen das Ende der Republik immer allgemeiner werdenden
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.