Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722509
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Pseudodipteros. 
Tempel zu Selinunt. 
gleichung zwischen Peripteros und Dipteros vor, Weshalb Vitruv die Be- 
schreibung derselben auch unmittelbar nach dem Peripteros und vor dem 
Dipteros giebt. Der Name ist ähnlich zu erklären, wie wir schon oben 
den Pseudoperipteros erklärt haben; er bedeutet einen Tempel, welcher 
aussieht wie ein Dipteros, ohne eigentlich ein solcher zu sein; das heifst 
der Pseudodipteros scheint zwei Siiulenumgiinge zu haben, ohne sie wirk- 
lich zu besitzen, oder mit anderen Worten, man hat ihn äußerlich gerade 
so wie einen Dipteros angelegt, hat aber dann die zweite Säulenreihe 
zwischen der ersten äufseren und der Cellenwand weggelassen. vPseudo- 
dipterosß sagt Vitruv nach Hirt's Uebersetzung, vheifst die Tempclgattung, 
welche an der Vorder- und Hinteransicht acht und auf den langen Seiten, 
die Ecksäulen mitgerechnet, fünfzehn Säulen hat. Die Wände der Cella 
aber sind in der Vorder- und Hinterseite geradeüber den vier mittelsten 
Säulen errichtet. Daher wird der Zwischenraum zwischen den äußeren 
Säulen und den Wänden ganz umher zwei Zwischenweiten und eine untere 
Säulendieke betragenß Man sieht, dafs diese Tempelgattung, die von 
lrlermogenes zur Zeit Alexanders des Großen erfunden worden sein soll, 
und die Vitruv wegen der malerischen Wirkung und der Ersparung der 
inneren Säulenreihe besonders lobt, in der That ein Mittelding zwischen 
Dipteros und Peripteros ist; mit dem Peripteros hat sie es gemein, dafs 
eine Säulenhalle rings um die ganze Tempelcella umhergeht; mit dem 
Dipteros dagegen, dal's diese Halle so breit ist, dal's in ihr noch eine 
zweite innere Säulenreihe Platz finden konnte. Es ist daher sehr wohl 
denkbar, dal's man schon vor Hermogenes aul' eine solche Anlage gekommen 
sei. Wenigstens liegt zu Sclinus ein Beispiel dieser Anordnung in dem 
gröfsten der Tempel vor, die auf dem östlichen Hügel der Stadt liegen. 
Derselbe ist, wie die übrigen selinuntischen Gebäude, in dorischem Style 
erbaut, der allerdings schon eine den attisehen Formen näher stehende 
Fig. 33. 
 
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A B c n 1 
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