Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728226
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Das Trinken. 
Die Würfelspiele. 
Buchstaben zu richten, die ihr Name enthielt (nomen bibere); 
Martial (I, 72): 
Sechs auf der Naevia Wohl, sieben Glas der Iustina getrunken, 
Fünf nur Lycas, und vier Lyde, und Ida nur drei. 
Jegliche Freundin bezeichne die Zahl der entkorkten Falerner; 
Will dann keine sich nah'n, sei mir, o Schlummer, gegrüfst. 
SO 
bei 
Natürlich konnte es nicht fehlen, dafs diese oft bis zum anbrechenden 
Tage ausgedehnten Trinkgelage mitunter in die tollsten Orgien ausarteten 
und das Ende derselben, wie Cicero sich über die vom Verres veranstal- 
teten ausdrückt (VernV, 11), dem Ausgange eines Treffens glich, wo die 
einen gleich tödtlich Verwundeten hinweggetragen, andere bewufstlos auf 
dem Schlachtfelde liegen blieben, so dafs man eher das Schlachtfeld von 
Cannae vor sich zu haben glaubte, als das Gastmahl eines Praetor. 
Aufser dem Trinken und mancherlei witzigen Wechselgesprächen gab 
es aber noch andere Unterhaltungen, welche zur Erheiterung dieser Ge- 
lage beitragen. Wetten wurden gemacht und Hazardspiele mannigfacher 
Art, namentlich das allgemein beliebte, aber durch das Gesetz streng ver- 
pönte Würfelspiel um Geld, hier heimlich getrieben. Ueber das Würfel- 
spiel (alea) mit den tesserae und den aus der tuwicula oder dem fritellus 
geworfenen talz" haben wir bereits in der ersten Abtheilung unseres Buches 
auf S. 315 f. das Nöthige beigebracht. Trotz der strengen Verbote, welche 
jegliches Spiel um Geld untersagten, trotz der gesetzlichen Bestimmungen, 
dafs Klagen über Beraubungen und Mifshandlungen, welche bei einem in 
Privatwohnungen vorgenommenen Hazardspiele stattgefunden hätten, wie 
solche wohl oftmals namentlich durch falsche Würfel vorgekommen sein 
mögen, gar nicht vor Gericht angenommen würden, fröhnte man dennoch 
ungescheut bei allen Gelagen in den Privatwohnungen sowohl, wie in den 
Popinen, den öifentlichen Garküchen, dem Laster des Spiels, und enorme 
Summen Wurden an diesen Orten gewonnen und verloren. Gestattet hin- 
gegen waren aufser dem Würfelspiel, sobald dabei nicht hazardirt wurde, 
die Brettspiele, bei denen es vorzüglich auf Ueberlegung und Geschicklich- 
keit ankam. Hierher gehörte zunächst der ludus latmmculorum, ein un- 
serem Schach ähnliches Spiel, bei dem man auf der in Feldern getheilten 
talmla Zatrunculoria mit geschickten und wohlgedeckten Zügen (ciere) 
dem Feinde entgegenzurücken, dessen Steine zu schlagen oder durch Ein- 
schliefsen so festzusetzen hatte (Zzyare, alligare, obligare), dafs er matt 
wurde. Man bediente sich zum Spiel Steinchen (calculi) von Glas, Elfen- 
bein oder Metall, welche latrones genannt wurden und die, wenn auch 
nicht als Figuren gebildet, doch ohne Zweifel verschieden bezeichnet waren,
        

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