Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722495
Dipteros. 
wmpel des Apoll 
JII Zll 
Pseudodipten 
43 
schon früh ein Tempel Apollons, dessen Dienst seit ebenfalls sehr alten 
Zeiten von der Familie der Branchiden versehen wurde. Dieser ältere 
Tempel ging bei der Zerstörung Milets durch die Perser im dritten Jahre 
der 71. Olympiade zu Grunde und wurde dann nach wiedergewonnener 
Unabhängigkeit mit erneuter Pracht durch die milesischen Baumeister Paeo- 
nios und Daphnis wiederhergestellt, ohne indefs, wie es scheint, jemals 
ganz vollendet worden zu sein. Die Anlage war eine sehr großartige; 
die Fagade, aus zehn Säulen bestehend, war fast um zwei Drittel länger, 
als die des Parthenon zu Athen; die Säulen hatten bei einem Durchmesser 
von 6d Fufs eine l-Iöhe von über 63 Fufs und waren schlanker, als die 
des Artemisions zu Ephesos und anderer ionischer 'l'empel gehalten. Dem 
entsprechend war auch das Gebälk leichter und schwächer gebildet, wie 
sich dies aus dem Aufrils der Facade Fig. 32 ergiebt. Durch den dop- 
1]      ß  q 
 
pelten Säülßnumgang (Figßl A) gelangt man zunächst in den Pronaos B, 
der sich durch vier Säulen in antis gegen den Peristyl abgrenzte und 
dessen Wände durch Pilaster mit sehr reichen korinthischen Capitellen 
verziert waren. Durch einen schmalen Raum G, der vielleicht zur Auf- 
bewahrung von Kostbarkeiten oder zur Aufnahme von Treppen diente, 
gelangte man sodann in die Cella D, welche wahrscheinlich in der Mitte 
offen und an den Seiten von Säulcngängen umgeben war. Einen von 
Mauern umschlossenen Opisthodom scheint der Tempel nicht gehabt zu 
haben. 
13. Hatten wir im Dipteros nur eine Erweiterung des Peripteros 
kennen gelernt, so liegt in dem Pseudodipteros, mit welchem Vitruv die 
Uehersicht der Tempel mit" viereckiger Cella beschließt, eine Art Aus-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.