Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728117
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der ehrbare Mann mit Abscheu ahwandte, geißelt _Martial'in einem Epi- 
gramm, welches wir nach der allerdings sehr freien, aber recht charakte- 
ristischen Bearbeitung Böttiger's (Sabina I. S. 32) hier mittheilen: 
Galla, dich flickl. dein Putzlisch aus hundert Lügen zusammen; 
Während in Rom du lebst, rölhet dein Haar sich am Rhein. 
Wie dein seidenes Kleid, so hebst du am Abend den Zahn auf, 
Und zwei Drittel von dir liegen in Schachteln verpackt. 
Wangen und Augenbrauen, womit du Erhörung uns 'zuwinkst, 
Malte des Mädchens Kunst, die dich am Morgen geschmückt. 
Darum kann kein Mann zu dir: ich liebe dich, sagen. 
Was er liebt, bist nicht du! Was du bist, liebet kein Mann. 
98. Entspricht auch ein Abschnitt, wie der nachfolgende über die 
Sorge für die leibliche Nahrung, ohne bildliche Belegstellen aus dem Alter- 
thume nicht ganz den Anforderungen, welche der Leser an uns zu stellen 
berechtigt ist, so zwingt uns dennoch der Gegenstand, diesen Punkt als 
einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Charakteristik des häuslichen Lebens 
der Römer hier nicht mit Stillschweigen zu übergehen, und das römische 
Triclinium mit derselben Ausführlichkeit zu behandeln, wie die Mahlzeiten 
und das Symposien der Griechen. Um aber wenigstens in Etwas auch 
die bildlichen Darstellungen imit in den Kreis unserer Betrachtungen hinein- 
zuziehen, so wollen wir auf eine Anzahl herculanischer und pompejanischer 
Wandgemälde hinweisen, auf denen mancherlei Genüsse der Tafel, hier 
Früchte, wie Weintrauben, Aepfel, Birnen, Quitten, Kirschen, Feigen und 
efsbare Pilze, mitunter in durchsichtigen Glasgefäfsen aufbewahrt, dort 
geschossenes Wildpret, Fische und Schaalthiere in anmuthiger Gruppirungl 
dargestellt sind, und lebhaft in ihren Compositionen an ähnliche Gemälde 
aus der Blüthe der Genremalerei der älteren holländischen Schule erinnern. 
Was zunächst die Tageszeiten betrifft, zu welchen die Römer Speise 
zu sich zu nehmen pflegten, so bildeten in Wein getauchtes oder mit Salz 
gewürztes Brot, Trauben, Oliven, Käse, Milch und Eier den Morgenimbifs 
(ientaculum, iantaculuviz), Welcher, je nach der Zeit des Aufstehens sich 
richtend, bald früher, bald später genossen wurde. Ihm folgte etwa um 
unsere Mittagszeit, oder nach der römischen Zeiteintheilung um die sechste 
Stunde, das prandium, welches aus compacteren warmen, sowie kalten 
Speisen zusammengesetzt war. Die Hauptmahlzeit (cena) endlich fiel in 
die neunte Stunde, also etwa um die Mitte zwischen Mittag und Sonnen- 
untergang. Ientaculum, Prandium und Cena würden mithin sowohl in Be- 
1 Museo Borbonico Vol. VI. Tav. 38. 
Vol. II. Tav. 56 ff. III. Tav. 55. 
VIII. Tav. 20. 57. 
Pitture 
anliehe 
d'Ercolano
        

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