Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728072
UXIJ. 
auch bei uns zum Verderben der besseren Kunstleistungen nur zu häufig 
wiederholt. Dafs aber in dieser Kunstübung die Römer nur, in den we- 
nigsten Fällen selbstschalfend auftraten, dafs dieselbe vielmehr vorzugs- 
weise von Griechen gepllegt wurde, beweisen die von den Autoren, sowie 
inschriftlich überlieferten Künstlernamen. Mit diesen theils zum Siegeln, 
theils nur für den Schmuck bestimmten Ringen, für deren Aufbewahrung 
besondere Ringkästchen (dactylliotltecae) bestimmt waren, beluden Römer 
und Römerinnen ihre Finger. vAnfangs war es", wie Plinius berichtet, 
nSitte, nur am vierten Finger Ringe zu tragen, später aber wurde auch 
der zweite und der kleine Finger mit ihnen besteckt und nur der Mittel- 
linger blieb frei. Einige e, fährt Plinius fort, vbringen alle Ringe an dem 
kleinsten Finger allein an, Andere hingegen stecken auch an diesen nur 
einen, um denjenigen auszuzeichnen, mit welchem sie siegeln. Dieser wird 
wie eine Seltenheit und eine vor Mifsbrauch zu bütende Sache verwahrt 
und wie aus einem Heiligthum hervorgeholt; es ist also eitler Prunk, wenn 
man einen einzigen Ring am kleinen Finger trägt, weil man dadurch an- 
deutet, dal's man einen noch kostbareren in Vorrath habe u. s. w." Wie 
weit aber der Luxus getrieben wurde geht daraus hervor, dal's man sich 
verschiedene Ringgarniturcn hielt, "welche man je nach der Jahreszeit, die 
leichtere im Sommer, die schwerere im Winter, ansteckte. Auch gröfsere 
ölfentliche und Privat-Daktyliotheken, in denen die auf den Eroberungs- 
zügen erbeuteten geschnittenen Steine aufgestellt waren, gab es bereits 
damals zu Rom. So besafs der schon mehrfach erwähnte Scaurus unter 
seinen Schätzen griechischer Kunst auch eine Gemmensammlung; Pompejus 
stellte die reiche vom Mithridates erbeutete Sammlung geschnittener Steine 
als Weihgesehenk im Capitol auf und Caesar sogar deren sechs im Tempel 
der Venus Genetrix. 
Schliefslich erwähnen wir der zur Befestigung der Gürtel und mantel- 
artigen Kleidungsstücke nothwendigen Schnallen oder Brochen (ßbulae). 
Bei den Frauen zur Befestigung der Palla und anderer Umhänge, bei den 
Männern hauptsächlich zur Verknüpfung der Enden des Saguxn und Pa- 
ludamentum auf der rechten Schulter im Gebrauch, vertraten dieselben 
im Alterthum mithin die für unsere Tracht nothwendigen Knöpfe, Haken 
und Nadeln; und dadurch erklärt es sich denn auch, dafs unter allen 
Schmuckgegcnständen diese Fibulae vorzugsweise häufig an einst be- 
wohnten Stütten, sowie auf Schlachtfeldern aufgefunden Werden. Zur 
Zeit der Sitteneinfachheit wohl nur aus Bronze gearbeitet, genügte dieses 
schlichte Metall nicht mehr dem zunehmenden Luxus. Fibulae aus Silber 
und Gold, häufig mit kostbaren Edelsteinen und Cameen besetzt (jibulae
        

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