Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-728000
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Die Tracht. 
Frauen. 
Haartracht der 
Fufsbekleidung. 
so haben die Ausgrabungen eine grofse Menge metallener und elfenbei- 
nerner zu Tage gefördert, von denen wir auf Fig. 475 a, b, c, h, i, 7c eine 
kleine Anzahl der geschmackvolleren, aus Elfenbein gearbeiteten abgebildet 
 haben, und machen vorzugs- 
3115475 weise auf die unter o dar- 
x Gala? {p gestellte Nadel aufmerksam, 
 i ,J',.fig  deren Knopf mit der Sta- 
W ßlllillliilllllle j  r tuette der dem Meere entstei- 
i   4;   genden Venus in jener oft- 
i. K! n ß mal?! vgnldersarätiken KllälSt 
i  W    ,Ä  wie er o ten te ung, in er 
b   g I! i  die Göttin ihre nassen Haare 
zurückstreicht, geziert ist, 
Unter e ist eine elfenbeinerne Salbenbüchse dargestellt, auf deren Ober- 
fläche wir den ruhenden Amor in Reliefarbeit erblicken, und unter f ein 
bronzener Kamm (pecten), welcher jedoch, ebenso wie bei den Griechen, 
nur zum Auskämmen, nicht aber zum Befestigen der Haare diente. Ein 
solcher sehr eleganter Kamm aus Bronze, welcher mit Ornamenten und 
farbigen Steinchen geschmückt ist, wurde vor einigen Jahren bei Aigle 
aufgefunden und wird gegenwärtig im Museum von Lausanne aufbe- 
wahrt. Andere Kämme aus Buchsbaumholz oder Elfenbein finden sich 
mehrfach in den Museen vor. 
Ucber die Fufsbekleidung werden wir, da bereits im S46 eine aus- 
führliche Beschreibung der Sohle, des Sehuhes und Stiefels der Griechen 
gegeben worden ist, die Formen der Beschuhung beider Nationen aber im 
Wesentlichen übereinstimmen, nur YVeniges hinzuzufügen haben, und haben 
wir aus diesem Grunde es auch für überflüssig erachtet, neue Beispiele 
aus dem Kreise bildlicher Darstellungen hier beizubringen. Die Sandale 
der Griechen entsprach der römischen solea, wie wir dieselbe z. B. auf 
F ig. 470 an den Füfsen der Mutter erblicken. Sie war die Fufsbekleidung 
im Hause, sowohl bei Männern, als bei Frauen, sowie überall da im 
Privatleben, wo nicht die ceremonielle Tracht der Toga auch eine andere 
Beschuhung verschrieb. Bei Tische pflegte man die Sohlen abzulegen, 
daher die Ausdrücke: demere soleas und poscere soleas so viel bedeuten, 
als sich zu Tische legen und von Tische aufstehen. Dafs die Römer 
aber ohne jegliche Fufsbekleidung, selbst in der älteren Zeit, in ähnlicher 
Weise, wie es von den Griechen berichtet wird (vgl. S. 198), öffentlich sich 
gezeigt hätten, ist nicht wahrscheinlich. Während nun im gewöhnlichen 
Leben zu der Tracht der T unica und Lacerna nur die soleae gehörten,
        

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