Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-727991
Die Tracht. 
Frauen. 
Haartracht der 
593 
den die Perrücken 
Haare bedeckten. 
angefertigt , 
mit 
welchen 
die 
Römerinnen 
ihre 
eigenen 
Mehrfach haben wir bereits der Pomaden und Essenzen erwähnt, 
Welche dazu gebraucht wurden, theils das Haar mit Hülfe des Brenneisens 
in die gehörigen Locken und Wellenlinien zu legen, theils demselben einen 
angenehmen Duft zu verleihen. Nicht allein bei der Toilette der Frauen, 
sondern auch bei der der citlen Männer spielten diese duftenden Salben eine 
grofse Rolle, und Cicero bezeichnet namentlich die von Salben glänzenden 
Genossen des Catilina als eine demoralisirte Gesellschaft in Rom. Bis zu 
welchem Grade des Raflinements es aber die Römer bereits in der Be- 
reitung dieser Pomaden gebracht hatten, dafür zeugen die fünfundzwanzig 
Namen von Haarpomaden und Essenzen, welche Kriton, der Leibarzt der 
Kaiserin Plotina, in seinem Werke über Kosmetik uns mit den für ihre 
Zubereitung nöthigen Recepten hinterlassen hat. 
Bänder und Nadeln dienten zur Befestigung und zugleich zur Schmückung 
der Haare. Den Gebrauch der Bänder vergegenwärtigt uns die Anordnung 
des Haares der auf Fig. 470 zur Seite der Mutter stehenden Tochter. 
Perlen und Edelsteine zierten diese Binden, und Reifen von feinem Gold- 
draht oder Blech traten häufig an Stelle derselben, wie aus dem l-laarputz 
der Mutter und der Braut auf F ig. 470 ersichtlich ist. Auch Schnüre von 
Perlen wurden in das Haar eingellochten (vgl. den Kopfputz der Kaiserin 
Sabina Fig. 474a), und aus der Fülle dieses Schmuckes schimmerte die 
goldene, häufig mit Edelsteinen besetzte Stephane hervor (Fig. 474 a, b)l. 
Rechnen wir noch zur Vervollständigung des weiblichen Haarputzes den 
unstreitig anmuthigsten Schmuck der Kränze hinzu, welche bald aus auf 
einander gehefteten Blumenblättern hergestellt wurden (coronae sutiles), bald 
aus in einander verschlungenen Blüthen- und Blätterzweigcn bestanden 
(coronae plewiles), für deren Arrangement ja der Bewohner des Südens 
ein so grofses Talent zeigt. Die Anfertigung solcher Kränze und Guir- 
landen zeigt uns ein Pompejanisches Wandgemälde (Mus. Borbon. Vol. IV. 
Tav. 47), auf welchem vier um einen Tisch sitzende Amoren lose Blüthen 
und Blätter an Fäden zu Guirlanden zusammenheften, die oberhalb des 
Tisches an einem Gerüst aufgehängt sind.  Was endlich die Nadeln 
(crinales) betrilTt, deren Zweck Martial (XIV, 24) in folgenden Worten 
bezeichnet: 
Dafs die gesalblen Haare das seidne Gewand nicht beilecken, 
Ilält der gewundene Zopf sichrer die Nadel dir fest. 
Vrgl. 
ißer die Stephane 
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