Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-727838
Die Tracht. 
Synthesis. 
Tuuica. 
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getragene Sagum, mit welchem auf den Monumenten der Kaiserzeit, z. B. 
auf dem Bogen des Septimius Severus, fast sämmtliche barbarisehe Krieger 
bekleidet erscheinen. Ueber den mit dem Namen cucullus bezeichneten 
Umhang werden wir auf S. 587 das Nöthige beibringen. 
Durchaus im Unklaren sind wir über die Form des mit dem griechi- 
schen Namen syntkesis bezeichneten Gewandes, von dem es übrigens nicht 
einmal feststeht, 0b dasselbe umgelegt (amictus) oder angezogen (indu- 
mentum) wurde, da die bildlichen Darstellungen von Triclinien, aus denen 
man vielleicht einen Aufschlufs erwarten dürfte, auch nicht den geringsten 
Anhalt geben. Aufserhalb des Hauses dieselbe zu tragen, war nur an den 
Saturnalien und hier auch nur unter den höchsten Ständen üblich; im 
Hause hingegen bediente man sich ihrer bei den Triclinien, wo die falten- 
reiche Toga sowohl zu Warm, als auch hinderlich gewesen wäre. Dafs 
diese Tafelkleider (vestes cenator-iae) in hemdartigen Gewändern bestanden 
haben, dafür scheint ein Epigramm des Martial zu sprechen, in welchem 
der weichliche Zoilus deshalb verspottet wird, dafs er eilfmal seine durch 
Schweifs befeuchtete Synthesis gewechselt habe. Daraus geht hervor, dafs 
dieses Kleidungsstück, ähnlich der Tunica, ein indumentum gewesen sei 
und somit unmittelbar mit dem Körper in Berührung kam, während bei 
einem losen Umhange das Durchschwitzen der Kleider füglich nicht mög- 
lich gewesen wäre. 
Wie bei den Griechen der Chiton, bildete die tunica bei den Rö- 
mern das einzige Gewand, welches angezogen wurde. Für Männer, wie 
für Frauen war dieselbe von gleichem Schnitt, und nur die Mode und 
der Luxus fügten hier und da etwas hinzu, oder modelten an diesem 
ursprünglich einfachen Gewande, ohne dasselbe jedoch in seinen Grund- 
formen wesentlich zu verändern. Die Tunica war das leichte, bequeme 
Hausklcid, Welches aber zu der Zeit, als die Toga nur noch aufserhalb 
des Hauses angelegt wurde, unter derselben getragen wurde. Sie glich 
dem ärmelloscn oder kurzärmeligen Chiton, reichte bis zu den Waden 
herab, wurde aber unter der Brust durch einen Gürtel (cinctura) ge- 
gürtet, hinter welchem das Gewand in derselben Weise, wie die Griechen 
es mit dem Chiton zu machen pflegten (vgl. S. 179) in die Höhe gezogen 
wurde, so dafs es über den Gürtel in Falten herabfiel. In solcher ein- 
fachen, bis zu den Knieen aufgeschürzten Tunica erblicken wir z. B. die 
Träger der hierosolymitanischen Tempelschätze auf dem Bogen des Titus 
(vgl. in  109 die Abbildungen zu dem Abschnitt über den Triumphzug), 
und bei allen mit der Toga bekleideten Statuen ist das unter derselben sicht- 
bare, den Oberkörper bis zum Halse bedeckende Gewand als Tunica zu be- 
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