Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-727736
Die Mosaik. 
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theils mit schwarzen Streifen auf weifsem Grunde gebildeten, bald gerad- 
linigen, bald mäandrisch angeordneten Linien, die mannigfacbsten Compo- 
sitionen. Masken und scenische Darstellungen, wie auf der Mosaik von 
Palästrina, Wettfahrten im Circus, wie auf der zu Lyon entdecktentvon 
der wir in  104 bei Gelegenheit der circensischen Spiele die Abbildung ge- 
ben werden, mythologische Darstellungen, wie z. B. der Kampf des Theseus 
mit dem Minotauros auf der in den Ruinen der alten Iuvavia, dem heu- 
tigen Salzburg, entdeckten Mosaik, Schlachtenbilder, wie die sogenannte 
Alexanderschlacht im Hause del Fauno in Pompeji, musikalische In- 
strumente, wie auf dem in der Villa zu Nennig entdeckten Fufsboden 
(Fig.248) u. s. w., das sind die Darstellungen, welche in der Sauberkeit ihrer 
Ausführung eine würdige Stelle in den Leistungen antiker Kunstthätigkeit 
einnehmen und den Archäologen eine reiche Ausbeute liefern. Zu den 
bedeutendsten, freilich nicht mehr erhaltenen Mosaiken, von welchen die 
alten Autoren berichten, gehörte der im Speisesaal des Königs von Per- 
gamum von Sosus ausgeführte Fufsboden. In musivischer Arbeit waren 
dort die von der Tafel gefallenen Ueberreste der Mahlzeit, sowie der 
Kehricht, welcher sich in einem ungereinigten Zimmer anzusammeln pflegt, 
dargestellt, weshalb dieser Saal den Namen des aungekehrtene (ofxo; 030'01- 
Qwzog erhielt; spätere Nachbildungen dieser musivischen Arbeit wurden 
deshalb auch opus asarotzmz genannt. Auch einer anderen Mosaik er- 
wähnt Plinius in demselben Palaste, welche eine auf dem Rande eines 
Wasserbeckens sitzende Taube darstellte, die durch den Schatten ihres 
Kopfes das Wasser verdunkelte, während andere neben ihr auf dem Ge- 
faifse ruhende Tauben sich sonnten und federten. Vielleicht dafs die beiden 
in der Villa des Hadrian und zu Neapel noch erhaltenen Mosaike Nach- 
bildungen jener pergamenischen sind. Von den erhaltenen Mosaiken heben 
wir aber vorzugsweise das im Jahre 1831 in der Casa del Fauno zu 
Pompeji aufgefundene grofse Schlachtenbild hervor, welches zu seiner 
besseren Conservirung ausgehoben und im Königl. Museum zu Neapel auf- 
gestellt worden ist. In seiner Composition und Ausführung gehört ßS 
unstreitig zu den bedeutendsten uns erhaltenen Kunstwerken. Leider 
haben wir aber der Gröfse des Bildes wegen, welches bei einer Darstel- 
lung in allzu verkleinertem Mafsstabe sehr verlieren würde, darauf ver- 
zichten müssen, hier eine Abbildung zu geben. Ein wildes Schlachtge- 
tümmel stellt das Bild dar; in gewaltigem Choc stürmen von links her 
die griechischen Reitergcschwader gegen die zurückweichenden Perser an. 
Es ist der Moment der letzten Entscheidung der Schlacht, herbeigeführt 
durch den persönlichen Angriff Alexander's. In wilder Flucht lösen sich
        

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