Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-727703
Uhr: 
wurden sie nach Rom geschleppt und kamen hier in den Kunsthandel. 
Selbst Wandgemälde, wie z. B. von Gebäuden in Sparta, wurden schon 
damals ausgesägt und in Rahmen gefafst von den Siegern nach Italien 
hinübergeführt. Und alle diese leicht zerstörbaren Malereien gingen bei 
den Stürmen, welche über Italien hereinbrachen, rettungslos für uns ver- 
loren. Nur die Nekropolen Etruriens, die Häuser in Pompeji und I-Iereu- 
lanum, einzelne Theile der Kaiserthermen zu Rom, endlich einige an an- 
deren Orten aufgefundene Reste von Bemalung der Wände zeugen für 
die hohe Vollendung in der Technik, welche sich, selbst nach dem Un- 
tergange Griechenlands und der eigentlich griechischen Kunst, durch die 
über Italien verbreiteten Kunstjünger fortpilanzte. Für diese Wandge- 
mälde" wurden, wie sorgfältige, in neuerer Zeit angestellte, aber noch keines- 
weges abgeschlossene Untersuchungen ergeben haben, fast ausschließlich 
dem Mineralreich angehörende "Farben angewendet, Während von anima- 
lischen Stoffen nur der mit Kreide vermischte Saft der Purpurschnecke, 
sowie das aus Elfenbein oder Knochen verfertigte Schwarz, von vegeta- 
bilischen aber nur das Kohlenschwarz in Anwendung kamen. Als reiner 
Farbestolfe bediente man sich für Weifs der Kreide, für Gelb des Ochers, 
welcher letztere zum Hervorbringen der verschiedenen F arbentöne, wie des 
Hellgelbs mit Kreide, der Orangefarbe mit Mennig gemischt wurde; ferner fir 
Blau des Kupferoxyds und für Braun des gebrannten Ochers. Die grüne 
Farbe hingegen wurde nur durch Mischung hervorgebracht. Ueber die 
Manipulation, welche man vor dem Auftragen der Farben anwandte, er- 
fahren wir aus dem Vitruv (VII, 3, 5) Folgendes. Man bewarf zunächst 
die Mauer mit einer Kalkschicht, überzog dieselbe darauf mit einer oder 
mehreren dünnen Lagen feinen Kalkmörtels, auf welche dann wiederum 
zwei oder drei mit fein gemahlenem Marmor- oder Gypspulver vermischte 
Schichten von Mörtel in der Art aufgetragen wurden, dafs, bevor die eine 
Lage völlig angetrocknet war, bereits die folgende darüber aufgelegt wurde, 
wodurch die ganze Masse sich inniger verband und eine marmorartige 
Consistenz erhielt. Mit dem Schlag- oder Glätteholz (baculus), dessen 
Eindrücke man noch an mehreren Wänden in Pompeji wahrnimmt, wurden 
die obersten Schichten schliefslich festgeschlagen und geglättet. Welches 
von den beiden dem Alterthume bei der eigentlichen Bemalung bekannten 
Verfahren, ob die Malerei al fresco oder a tempera, durchgehend ange- 
wendet worden ist, darüber haben sich die Altertbumsforscher bis jetzt 
noch nicht geeinigt. Bei der al fresco Malerei Wurden die mit Wasser 
angefeuchteten Farben auf die noch nasse Wand aufgetragen; es fand da- 
durch eine vollkommen chemische Verbindung des Kalkes mit den Farben, bei
        

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