Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-727568
Pompeji aufgefunden worden sind, oder auch eines harpunenartig gestal- 
teten Instruments, welches z. B. die auf einer Lampe (Fig. 459 a) stehende 
Figur an einer Kette befestigt in der Hand trägt. 
Zur Erhellung gröfserer Räume mufsten natürlich diese fufslosen 
Lampen entweder auf Untersätze gestellt oder mittelst Ketten an Ständern 
oder auch an der Decke des Zimmers aufgehängt werden. Diese bei der 
ärmeren Volksclasse aus Holz oder aus einfacher Metallarbeit construirten 
Lampentriiger (candelabreenz) wurden für die Vermögenderen, in Ueber- 
einstimmung mit den eleganten Formen der Lampen, denen sie als Unter- 
satz dienten, in den mannigfachsten künstlerischen Formen dargestellt. 
Auf einer gewöhnlich aus drei Thierfüfsen gebildeten Basis erhebt sich 
der bald cannelirte, bald einem Baumstamme nachgebildete, drei" bis fünf 
Fufs hohe, dünne Schaft, welcher hier von einem Capitellchen, dort von 
einer menschlichen Figur überragt wird, und auf seiner Spitze den zur 
Aufnahme der Lampe bestimmten Teller (discus) trägt. Die Laune des 
Künstlers hat nun den Schaft mitunter durch allerlei Thierfiguren zu be- 
leben gewufst. So erblicken wir mehrfach einen Marder oder eine Katze 
am Schaft des Candelahers hinaufschleichen, um die sorglos auf dem Rande 
des Discus sitzende Taubenschaar zu erhaschen; eine, wie es scheint, sehr 
beliebte Darstellung, da dieselbe in verschiedenen Variationen an den im 
den etruskischen Grabkalnmern gefundenen Lampentriigern vorkommt. Aufser 
diesen massiv gearbeiteten Candelahern gab es auch solche, welche mittelst 
einer besonderen Vorrichtung hoch und niedrig gestellt werden konnten, 
indem der eigentliche Schaft hohl war und in seiner Röhre einen zweiten 
etwas dünneren, den Discus tragenden Schaft barg, welcher je nach dem 
Bedürfnifs herausgezogen und durch einen hindurchgcstccklen Bolzen in 
beliebiger Höhe befestigt werden konnte, mithin ähnlich der Vorrichtung, 
durch welche bei uns die von der Zimmerdeeke herabhängenden Gasarme 
verlängert oder verkürzt werden können. Diesen eben beschriebenen Formen 
der Candelaber reihen wir den unter F ig. 460 a abgebildeten an, bei welchem 
die Zweige eines phantastisch gebildeten Baumstammcs die Träger zweier 
Lampenteller bilden. Der Stamm wurzelt hinter einem Felsblocke, und der 
Künstler hat diesen für die Freuden des Gelages bestimmten Candelabcr 
ganz passend durch die Figur des Silen belebt, der in behaglicher Ruhe 
sich auf den Fclssitz gelagert hat. 
IIaben wir bis jetzt nur den eigentlichen Candelaber in's Auge ge- 
fafst, so wollen wir uns nun zu denjenigen Lampenträgern wenden, welche 
zum Unterschiede von jenen mit dem Namen der Lampadarien bezeichnet 
werden. Bei diesen erhebt sich auf einer Basis ein säulen- oder pfeiler-
        

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