Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-727339
Geräthe zum Liegen. 
Lectus triclinaris. 
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der Raum zwischen den Tischkanten und den Lagern ein zu enger war, 
um einer Person den Durchgang zu gestatten. Jeder der lectii bot Raum 
für drei Personen, welche in der Richtung der auf unserer Figur einge- 
zeichneten Pfeile hinter einander, den linken Arm auf die in der Zeichnung 
angedeuteten Kissen stützend, ruhten, während sie mit ihrer freien rechten 
Hand die Speisen zum Munde führen konnten. L. 2'. wurde der lectus 
intus, das unterste, L. m. der lectus medius, das mittlere, und L. s. der 
Zectus summus, das oberste Lager, genannt. In gleicher Weise hatten 
auf jedem lectus die Plätze als locus intus, medius und aummus ihre 
Bezeichnung. Auf dem lectus zinms war N0. 1 der unterste, N0. 3 der 
oberste, N0. 2 der mittlere. Auf dem lectus medius war der mit N0. 3 
bezeichnete der oberste, N0. 2 der mittelste und zugleich der Ehren- 
platz bei Tische und N0. 1 der locus  Dieser letztere Platz wurde 
auch Zocus coneulamle genannt, da er, befand ein Consul sich in der Ge- 
sellschaft, von diesem eingenommen wurde, um hier leichter dienstliche 
Berichte, welche ihm während der Tafel gebracht wurden, in Empfang 
nehmen zu können. Der Platz neben ihm auf dem lectus imus (N0. 3) 
pflegte stets der des Gastgebers zu sein. Auf dem lectus summus (L. s.) 
endlich folgten die Plätze in umgekehrter Reihe, wie auf dem Zectus imus. 
Die mit starken Strichen an den Rändern der höchsten Plätze bezeichneten 
Kanten sollen die niedrigen Lehnen darstellen, gegen welche die Kissen 
der die obersten Plätze einnehmenden Personen gelehnt wurden, um ihr 
Herunterfallen zu verhindern, während die anderen Kissen, weil auf der 
Mitte der Lager liegend, einer solchen Stütze nicht bedurften. Nach diesem 
Schema würden sich also die neun Theilnehmer an dem von Horaz (Sat. II. 
8, 20  beschriebenen Gelage, welches'der närrische Nasidienus Rufus 
dem Maecenas gab, in folgender Weise gelagert haben. bei welcher An- 
ordnung wohl zu beachten ist, dafs dem Maecenas der Zocus meclius auf 
dem lectus medius als Ehrenplatz eingeräumt wurde, der Wirth aber den 
ihm zukommenden Platz dem Nomentanus überlassen hatte: 
90 
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73 
19 
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V2 
N omentanus 
Nasidienus 
Porcius 
Varius 
Wscus 
Fundanius 
Der Luxus der späteren Zeit begnügte sich aber nicht blos mit 
Speisesälen für ein Triclinium, sondern vergrößerte diesen Raum der-
        

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