Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-727327
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Geräthe 
zum Liegen. 
Lectus tr 
iclinarius. 
ersteres nach seiner Anwendung lectus cubiculawius, letzeres lectus lucu- 
bratorius genannt, war wohl nicht von einander verschieden. Möglich, 
dal's bei letzterem an der dem Kopfende zugekehrten Seitenlehne (pluteus) 
mitunter eine Vorrichtung, etwa in der Gestalt eines Lesepultes, angebracht 
war, um Schreibmaterialien und Bücher auf dasselbe zu legen, wie denn 
auch eine solche Einrichtung sich ebenfalls an der Lehne der Cathedra 
befunden haben soll.  
Endlich diente der Leetus, wenigstens seit der Zeit, WO das Streben 
nach Bequemlichkeit die Einfachheit der alten Sitte, die Mahlzeit sitzend 
zu verzehren, verdrängte, als Lager für den Mann bei dem Mahle, wäh- 
rend die Frau auf dem Fufsende des Lectus, die Kinder auf besonderen 
Sesseln, die Dienerschaft aber auf Bänken (subselllium) sitzend ihr Mahl 
verzehrten, ein Gebrauch, welcher uns mehrfach durch Basreliefs zur An- 
schauung gebracht wird. Mochte sich nun auch diese Sitte im Kreise der 
engeren Häuslichkeit bis in spätere Zeiten erhalten haben, so erforderte 
jedoch die Anlage besonderer, für Gesellschaften bestimmter Speisezimmer, 
der oben bereits erwähnten Triclinien, eine besondere Anordnung der 
von den Gästen einzunehmenden Ruhebetten. Zu dem Zwecke wurden 
in der Mitte des Triclinium, welches in einigen pompejanischen Häusern 
sich noch wohlerhalten vorlindet, drei niedrige Ruhebetten (lectus triclvl- 
naris) in der Art um drei Seiten eines quadratischen Tisches aufgestellt, 
dal's die vierte Seite desselben für die die Tafel mit Speisen versorgenden 
Fig 441 Sklaven zugänglich blieb. Die An- 
L. m. ordnung eines Trichmum mag der 
1  2  3  unter Fig. 447 gegebene Grundrifs 
 erörtern. Um drei Seiten des mit 
 x    lll bezeichneten Tisches stehen drei 
z;   
31 niedrige Lager, welche, wie die lll 
f einem pompejanischen Triclinium 
   Enoch wohlerhaltenen aufgemauerten 
2 M ET RuhelagerbeweisenfMazoigRuines 
  de Pompei. T. I. pl. 20), an der 
  der Tischkante zugekehrten Seite 
1 f 3 etwas höher waren, als auf der 
 entgegengesetzten, mithin lebhaft an 
unsere Soldatenpritschen erinnern. (Wir verweisen auch auf den Fig. 389 
abgebildeten Hof, dessen Hintergrund ein von Mazois restaurirtes sommer- 
liches Triclinium schmückt.) Jedes Lager wurde von den sich zur Tafel 
Lagernden (accubare) unstreitig von der niederen Seite her bestiegen, da
        

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