Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-727291
Geräthe zum Sitzen. 
Sulium, 
Sclla curulis. 
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werken der römischen Kaiserzeit in der Königl. Antiken-Sammlung zu 
Berlin aufgestellt ist. Als Beispiel für den Thron einer Gottheit geben 
wir unter F ig. 444 einen von den beiden in der Gallerie des Louvre befind- 
lichen. Auf zwei Sphinxen, deren Flügel die Seitenwangen des Thrones 
bilden, ruht der Sitz. Die auf der inneren Fläche der Rückwand, sowie 
unterhalb des Sitzes angebrachten symbolischen Sculpturen, bestehend in 
dem geflügelten Schlangenpaare, dem mystischen Korbe und der Sichel, 
endlich die beiden gleichsam als Stützen der Lehne aufgestellten Fackeln 
geben der Vermuthung Raum, dal's dieser Göttersitz vielleicht einstmals 
ein der Ceres geweihtes Heiligthum geschmückt habe. In ähnlicher Weise 
mit bacchisehen Attributen geziert erscheint der andere in der angeführten 
Gallerie aufgestellte Thron. lndem wir zur Vergleichung auf eine Anzahl 
reich geschmiickter Göttersitze, wie solche auf pompejanischen Wand-_ 
gemälden mehrfach dargestellt sind, hinweisen, wollen wir hier speciell nur 
noch derjenigen gedenken, welche auf einer Anzahl römischer Münzen, 
sowie auf einem herculanischen Wandgemälde (Pitture antiche d'Ercolano. 
Vol. I. p. 155) vorkommen. Es sind dieses auf leichten, sauber gearbeiteten 
Füfsen ruhende breite Throne, deren Sitze mit schwellenden Polstern be- 
legt sind, während Rückcn- und Seitenlehnen mit einem faltenreichen Ge- 
wande drapirt erscheinen. Von den beiden auf dem herculanischen Bilde 
dargestellten Thronen trägt der eine auf seinem Sitze einen Helm, der 
andere eine Taube, wodurch diese Sessel als dem Mars und der Venus 
geweiht charakterisirt werden. 
Ausschliefslich den Römern eigenthiimlich war jedoch der curulische 
Stuhl (sella curulis). Derselbe bestand aus einem ziemlich breiten, auf 
sägebockartig gestellten Beinen ruhenden lehnlosen Sitz, anfangs von Elfen- 
bein, dann von Metall gearbeitet. Ohne hier auf die verschiedenen Versuche 
näher einzugehen, welche zur Erklärung der Etymologie des Wortes curulis 
angestellt worden sind, erwähnen wir nur, dal's dieser Sitz als lnsigne für 
diejenigen Magistratspersonen bestimmt war, welche ein curulisches Amt 
bekleideten: nämlich anfangs für die Könige, dann nach ihrer Vertreibung 
fiir die Consuln, Praetoren, Acdilen, Censoren, sowie später auch für den 
Praefectus Urbi; und von den außerordentlichen Magistraten für den Dicta- 
tor, Magister Equitum, für die Decemviri und Tribuni militum consulari 
potestate. Unter den Priestern aber beanspruchten der Pontifex Maximus, 
sowie die Sacerdotes Augustales diesen Ehrensitz. Selbst das Andenken an 
die Verdienste Verstorbener wurde durch die Aufstellung ihrer curulischen 
Stühle im Theater geehrt. Auf einigen Denaren römischer Geschlechter, 
so auf denen der Gens Caecilia, Cestia, Cornelia, Furia, Julia, Livineia,
        

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