Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-727045
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83. Nur Weniges noch haben wir über die Gebäude für die öffent- 
lichen Spiele hinzuzufügen, die den Schlufspunkt unserer Betrachtungen 
über die römischen Bauten bilden. Der Zahl der erhaltenen Ueberreste, 
sowie der Menge und der Ausführlichkeit der alten Nachrichten über diese 
Gebäude zufolge, müfste dieser Abschnitt freilich der gröfste des ganzen 
WVerkes werden; nicht minder auch wegen der hohen Bedeutung, welche 
diese Gebäude für das Leben des römischen Volkes, namentlich in den 
späteren Zeiten der Republik und des Kaiserreiches hatten. Da es sich 
indefs hier nur um die Herleitung der Bauwerke aus den Bedürfnissen 
des Lebens handelt und unsere Darstellung sich nur auf die Veranschau- 
lichung der Anlage in ihren allgemeinen Grundzügen zu beschränken hat, 
so wollen wir den Leser auf die entsprechenden Abschnitte der Darstellung 
des griechischen Lebens verweisen; und eine gröfserc Kürze wird gerade 
hier zum Gebot, wo die Quellen am reichsten fliefscn und auch die Dar- 
stellungen der neueren Forscher die häuligsten und ausführlichsten sind. 
Denn alle diese Gebäude sind aus denselben Bedingungen hervorgegangen, 
welche wir schon oben als die Grundlagen der griechischen Anlagen der 
Art kennen gelernt haben, und was wir dort über die Hippodrome (ä 28) 
und die Stadien  29) gesagt, findet seine Anwendung auch auf den rö- 
mischen Circus; was wir in S30 als die Grundgedanken des griechischen 
Theaters dargelegt haben, hat dieselbe Geltung auch für die Theater der 
Römer. Eine neue und eigenthümliche Schöpfung bilden nur die Amphi- 
theater, aber auch diese beruhen auf den Grundlagen des griechischen 
Theaterbaues und können als eine Verbindung des letzteren mit den An- 
lagen des Stadium und des Hippodrom betrachtet werden. Was die Natur 
und Beschaffenheit der in diesen Gebäuden gefeierten Spiele anbelangt, so 
wird weiter unten davon ausführlich zu handeln sein. Hier wollen wir 
nur bemerken, dafs dieselben, wie bei den Griechen, erstens aus Pferde- 
und Wagenrennen und anderen Uebungen körperlicher Gewandtheit, und 
zweitens aus scenischen Aufführungen bestanden. Für die Rennen dienten 
hauptsächlich die Circus, in denen aber auch Faustkämpfe und andere 
gymnastische Wettspiele stattfanden'; für die gymnastischen Kämpfe, na- 
mentlich der von M._Scaurus eingeführten griechischen Athleten, die Sta- 
dien; für die scenischen die Theater. Zu diesen gesellten sich als eine 
neue und wenig erfreuliche Gattung die blutigen Gladiatorenkämpfe, deren 
Schau bald zu den Lieblingsbelustigungen der Römer wurde und für 
welche vorzugsweise die Amphitheater bestimmt waren. 
1 Alle diese Spiele wurden nach dieser Localität unter dem Namen der circcnsischen 
(ludi circemes) zusammengefafst.
        

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