Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726953
das Thal ein, welches sich nordwestlich von dem die beiden capitolini- 
schen Hügel (S S) verbindenden Bergrücken herabsenkt und südöstlich bis 
zur Vclia, einem Zweige des Palatin  sich ausdehnt. Es hat die Ge- 
stalt eines unregelmäßigen Oblongums, dessen südwestliche Langseite durch 
die in der Neuzeit aufgefundene antike Pflasterung der älteren Via sacra, 
sowie der daranstofsenden Baulichkeiten bestimmt ist, während die nord- 
östliche Seite noch von einer etwa 30 Fufs tiefen Schutt- und Trümmer- 
masse, auf welcher Neubauten ruhen, bedeckt ist; die auf dieser Seite des 
Forum belegenen antiken Bauwerke sind deshalb auf dem Plane, weil nur 
vermuthungsweise zu bestimmen, mit Ausnahme des Mamertinischen Gefang- 
nisses und des Tempels der Faustina, mit punktirten Linien angedeutet. Was 
die beiden Kurzseitcn des Forum betrifft, so ist die nach den Abhängen des 
Capitols zu gerichtete durch die Aufdeckung von Substructionen verschiede- 
ner Tempelanlagen, deren Benennung durch die übereinstimmenden Zeugnisse 
der alten Schriftsteller mit den daselbst aufgefundenen Inschriften festgestellt 
ist, bestimmt, während die entgegengesetzte Seite (eine Entfernung von 
570 Fufs) mit dem jetzt freilich gänzlich verschwundenen Bogen der Fabier, 
dessen einstige Lage in der Nähe der Rostra Julia (W) sich aber bestimmen 
läfst, abschliefst. Beginnen wir mit der Aufzählung der die südwestliche, 
oder auch sub veteribzcs so. tabernek- genannte Seite des Forum begren- 
zenden Bauwerke. Hier zunächst stand, nach den Zeugnissen der alten 
Schriftsteller, am Fufs des Palatin (T) das Atrium der Vesta  dessen 
Lage freilich nicht ganz genau bestimmt werden kann (vergl. S. 373). 
Daneben erhob sich der Tempel des Castor und Pollux  von dem 
noch drei korinthische, durch einen reich ornamentirten Architrav verbun- 
dene Säulen aufrecht stehen. Zum Andenken an den Sieg am See Re- 
gillus im Jahre 485 v. Chr. geweiht, wurde er beim Brande der benachbarten 
Basilica Julia wahrscheinlich gleichfalls zerstört und durch Tiberius im 
Jahre 6 n. Chr. wiederhergestellt. Diesem Tempel schlofs sich, nur durch 
eine Strafse getrennt, die Basilica Julia (C) an, deren Substructionen in 
ihrer ganzen Länge aufgedeckt worden sind und über die wir auf S. 485 
bereits einige Notizen beigebracht haben. Hierauf folgt der Tempel des 
Saturnus, das Aerarium oder Staatsschatzhaus  von welchem noch 
acht Säulen aus Granit (sechs der Front, die beiden anderen den beiden 
Langseiten angehörend) mit ihrem darüber gelagerten Architrav vorhanden 
sind. Die Gründung dieses Tempels fällt in die ersten Zeiten der Re- 
publik, doch wurde er zu verschiedenen Malen, zuletzt in der späteren 
Kaiserzeit, in einem keineswegs edlen Styl restaurirt.  Die Nordwest- 
seite des Forum schliefsen vier Bauwerke ab: der Porticus der Dii Con-
        

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