Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726944
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Die Gomitien. 
Das Forum. 
Fomm romanum. 
bildliche Darstellungen derselben vorkommen, doch nicht genau unter- 
richtet; dafs sie einen grofsen freien Platz in ihrer Mitte umschlossen, 
geht daraus hervor, dal's später Scegefeehte und Gladiatorenspiele darin 
abgehalten wurden. Von Agrippa vollendet, wurden die Septa durch eine 
Feuersbrunst unter Titus zerstört und von Hadrian wiederhergestellt. Auf 
demselben Marsfelde und wahrscheinlich in enger Beziehung zu den Septis 
stehend, befand sich auch das diribitorßium, ein grofsartiges Gebäude, 
welches zu der von den dziribitores vorgenommenen Stimmenzählung und 
vielleicht auch zur Abgabe der Stimmen bestimmt war, und von dessen 
ursprünglicher Bedachung noch später ein lOO Fufs langer Balken als 
Merkwürdigkeit in den Septen gezeigt wurde. Die ebenfalls auf dem Mars- 
felde befindliche villa publica diente zur Abhaltung des Census, welchen 
wir etwa als die Feststellung der Bürgerrolle bezeichnen könnten und bei 
welchem sämmtliche Bürger, nach den Tribus geordnet und aufgerufen, 
Auskunft über ihre bürgerlichen Verhältnisse zu geben hatten. 
Es bleibt uns noch übrig, von den Marktplätzen (fora) zu sprechen. 
Wir haben derselben bereits öfter Erwähnung thun müssen, wenn es sich 
um die Lage der öffentlichen Gebäude handelte. Schon daraus geht ihre 
Bedeutung für das öffentliche Leben hervor, die wir überdies schon in 
der Behandlung der griechischen Alterthümer  26) zur Genüge bezeichnet 
zu haben glauben. Was aber für die Griechen gilt, darf eine gleiche, bei 
dem entwickelten Sinne der Römer für Politik vielleicht noch gröfsere 
Geltung auch für die letzteren in Anspruch nehmen. Die Märkte waren 
die Mittelpunkte des öffentlichen Lebens für die römischen Bürger; der 
hauptsächlichste derselben, das forum romanzmz, erscheint wie das Herz, 
von dem aus der gewaltige, fast eine Welt umfassende Reichskörper An- 
stofs zu Leben und Bewegung erhielt. Im Laufe von Jahrhunderten ent- 
standen und mit den herrlichsten Erzeugnissen dieser Jahrhunderte allmälig 
ausgestattet, bildete es ein Ganzes von ebenso grofser historischer Bedeut- 
samkeit, als von mächtiger künstlerischer Wirkung, und Alles umschliefsend, 
was einst das römische Leben so grofs und herrlich gemacht, stand es 
als das vollendete Abbild dieses Lebens selber da. 
Ohne hier auf die wichtigen, aber noch keinesweges ganz gelösten 
Streitfragen über die Lage mehrerer diesen Platz umgebenden Bauwerke 
näher einzugehen, wollen wir es versuchen, an dem unter Fig. 428" bei- 
gebrachten Plan, der in den Hauptsachen nach den neuesten Untersuchungen 
Detlefseds und Reber's zusammengestellt ist, in wenigen Ziigen ein Bild 
des Forum, wie dasselbe sich wohl in den ersten Jahrhunderten der 
Kaiserzeit dargestellt haben mag, zu entwerfen. Das Forum (A) nahm
        

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