Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726897
Die Basiliken. 
Basilica. von Otricoli. 
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liebsten Punkten von denselben stattgefunden haben. Ohne auf alle diese 
möglichen Abweichungen einzugehen, wollen wir hier nur bemerken, dal's 
aufser den von Vitruv vorzugsweise beachteten dreischiffigen Basiliken auch 
solche vorkommen, welche nur ein Schiff haben, also ganz ohne seit- 
liche Portiken geblieben sind, und dafs es schon früh auch Basiliken von 
fünf Schiffen gegeben hat. Von einschifügen Basiliken sind einige Üeber- 
reste zu Aquino (dem alten Aquinum in Latium) erhalten, wo das ebenso 
wie die Umfassungsmauern aus Quadern erbaute Tribunal kenntlich ist, 
und zu Palestrina, dem alten Praeneste, wo ebenfalls das Tribunal in 
Form eines Hemicyclium noch vorhanden ist und sich die von Vitruv für 
gewisse Fälle vorgeschlagene Verlängerung des Versammlungsraumes durch 
ein Chalcidicum nachweisen läfst. Es kehrt in diesen Bauten mit mehr 
oder weniger Abweichungen die Form wieder, welche die drei Tribunalien 
am Forum zu Pompeji darbieten, und dieselbe Form ist es auch, welche 
man dem Haupttheil eines eigenthümlichen, als Basilica für Handels- 
streitigkeiten betrachteten Gebäudes zu Palmyra gegeben hat. Derselbe 
besteht aus einem länglichen Saal, an dessen eine schmale Seite sich eine 
vollkommen halbkreisförmige Nische anschliefst, während die entgegen- 
gesetzte Seite, in welcher sich der Eingang beiindet, nach Art eines Pro- 
stylos mit einer Halle von vier Säulen verziert ist. An die drei anderen 
Seiten des Gebäudes aber schliefsen sich im Aeufsern ilügelartige Anbauten 
an, die indefs nicht von Mauern umschlossen sind, sondern nur von frei- 
stehenden Säulen gebildet werden. Jeder dieser Flügel besteht aus zwanzig 
Säulen, die in fünf aus je vier Säulen bestehenden Reihen angeordnet 
 sind; jeder derselben war mit einem Dache 
F'g'425' überdeckt, so dafs sie als bequemer Auf- 
   enthalt für die Handelsleute dienen konn- 
   t  ten, die hier zusammenströmten und de- 
   E  ren etwaige Zwistigkeiten im Innern des 
i    Saales ihre richterliche Erledigung fanden. 
 i"; Auch von dreischiftigen Basiliken sind 
 14x t  uns mehrere Beispiele bekannt. Eine An- 
  T":  lage dieser Art ist im Jahre 1775 in der 
  Nähe des heutigen Ortes Otricoli aufge- 
  l I'- q. In 'l "l funden worden. Man hat darin die Ba- 
      Silica des alten römischen Municipium 
Ocriculum erkannt, welches, an der Via 
Flümilllü belegen, eine der bedeutenderen Städte Umbriens gewesen zu 
Sein Sßhßinli- Die Büäilißa, deren Grundrifs unter Fig. 425 dargestellt ist, 
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