Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726854
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dem man jetzt nicht unwahrscheinlicher Weise annimmt, dafs er in seiner 
ganzen Ausdehnung auf dem Tabularium errichtet sei, woraus sich somit 
auf einen sehr bedeutenden Umfang des alten Gebäudes schliefsen läfst. 
Die Errichtung der Substructionen sowohl, als des Tabularium selbst, rührt 
nach einer daselbst aufgefundenen Inschrift von Q. Lutatius Catulus her, 
und können namentlich die ersteren als ein gewaltiges Denkmal republika- 
nischer Gröfse betrachtet werden. 
Die Censoren hatten ihr Amtslocal in dem atriuwz libelrtatiis, einem 
Gebäude, auf dessen Anlage vielleicht der Name Atrium und die Bedeu- 
tung dieses Raumes im römischen Hause (vcrgl. oben g 74) schliefsen läfst 
und dem auch eine religiöse Weihe nicht fehlte. Die Prätoren übten ihre 
amtliche Function des Rechtsprechens zuerst auf den Tribunalen, meist 
viereckigen, erhöhten Unterbauten, deren Zahl sich mit der der Quästoren 
selbst vermehrte, und die ursprünglich auf dem Forum unter freiem Himmel 
standen, bis sie später in den Basiliken aufgestellt wurden. Ehe wir jedoch 
diese vollkommenste Form der Gebäude des ölicntlichen Lebens der Römer 
betrachten, wollen wir noch einiger kleinen Gebäude Erwähnung thun, 
welche als Beispiele einfacher Sitzungslocale für städtische Beamten oder 
Collegien betrachtet werden können. 
Es sind die drei einfachen Gebäude, welche zu Pompeji und zwar 
in unmittelbarer Nähe des Forum erhalten sind und von denen Fig. 424 
die Grundrisse darstellt. Dieselben bestehen aus drei 9-10 Meter breiten 
und 16-18 Meter langen Sälen von höchst schlichter Bildung. Die 
Eingänge liegen auf der dem Forum zugewendcten schmalen Seite, von 
welchem letzteren sie durch eine doppelte Säulenhalle getrennt sind. Auf 
Fig. 424. 
der den Eingängen gegenüberliegenden Seite befinden sich Ausbauten, 
welche oifenbar dazu bestimmt waren, die Sitze der Beamten aufzunehmen.
        

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