Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726741
.den öffentlichen Badeanstalten, den eigentlichen Thermen, mit mehr oder 
weniger Regelmäfsigkeit wiederkehren. Von solchen öffentlichen Anlagen 
heben wir zunächst, als einfachstes Beispiel derselben, die Thermen von 
Veleja hervor. Veleja oder Velleja war im ersten Jahrhundert der christ- 
liehen Zeitrechnung von der bis dahin in zerstreuten Dörfern wohnenden 
ligurischen Völkerschaft der Velejaten in dem von der Via Aemilia durch- 
schnittenen Landstriche und nicht weit von dem heutigen Piacenza erbaut. 
Ein Bergsturz hat die Stadt, wie es scheint, unter den ersten Nachfolgern 
Constantims verschüttet, so dal's alle Kunde derselben verloren ging, bis 
imJahre 1747 die Auffindung der gröfsten bekannten Bronzeinschrift, 
der sogenannten tabula aleimcntaria des Kaisers 'I'rajan, bei dem kleinen 
Orte Macinisso die Existenz einer römischen Niederlassung vermuthen liefs. 
Erst im Jahre 1760 jedoch wurden auf Befehl des Infanten Don Philipp 
von Parma planmäfsige Ausgrabungen unternommen, welche bis zum 
Jahre 1765 fortgeführt, allmälig das wohlerhaltene Bild einer mäfsig 
grofsen römischen Provinzialstadt aus den ersten Jahrhunderten des Kaiser- 
reiches zu Tage förderten. Von den Thermen dieser Stadt giebt Fig. 418 
den Grundrifs nach der Aufnahme und der wegen des zerstörten Zustandes 
der Ueberreste theilweise nöthigen Restauration des Architekten Antolini. 
Danach sehen wir nun auf der Faeade des Baues (1-12) verschiedene 
Eingänge angebracht. Der zur äußersten Rechten belegene (1) führt in 
die, wie es scheint, für die Frauen bestimmten Baderäume, welche aus 
einer Art offener Vorhalle (2) und einem gröfseren Saale für das heifse 
Bad (4) bestehen, während das kleine zwischen beiden gelegene Gemach  
pocaustuvn) die Vorrichtungen zur Heizung enthalten haben mag. Auf der 
anderen Seite des gemeinsamen Vestibuls entspricht der Vorhalle oder dem 
Vorhofe der Frauen (2) ein ähnlicher Raum für die Männer  Dazu 
gehört ferner der von dem Badesaal der Frauen (4) durch einen Zwischen-
        

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