Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726735
Die 
Thermen. 
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Badeeellen, welche oberhalb der Souterrains in gröfserer oder geringerer 
Entfernung um den Ofen herum gruppirt waren, führten je nach dem 
Wärmegrad der in ihnen befindlichen Bäder die Namen tepidarium (der 
Raum zum Transpiriren vermittelst Luftheizung), ferner caldariznn (die für 
die warmen Wasserbäder bestimmte Celle), endlich frzgidariuin (der Raum 
für die kalten Bäder). Bassins (piscivza) oder Wannen (soliwn, alve-zzs) 
nahmen die Mitte der Caldarien und Frigidarien ein, Bänke und Sitze 
liefen längs der Wände oder waren in Nischen angebracht, und im Cal- 
darium diente ein auf der einen schmalen Seite dieses oblongen Gemachs 
in einer Nische angeordnetes flaches Becken (labrzewz, vergl. Fig. 205) zu 
kalten Abwaschungen. Bei reicheren, namentlich bei den öffentlichen Bä- 
dern dienten besondere Räume zum Aus- und Ankleiden (apodyterium), 
zum Abreiben (destrictaiwäzvn), sowie für das Salben des Körpers nach 
dem Bade ein eigenes Zimmer (unctoriuvn) bestimmt war, während bei 
kleineren Badeanlagen das letztere Geschäft wohl auch im T epidarium vor- 
genommen wurde. Endlich ward mit gröfseren Badecinrichtungen seit dem 
Ende der Republik das dem nvgzarofgtov der Griechen nachgebildete heifse 
Dampfbad (Laconicwn) verbunden. Neben dem Tcpidarium belegen, von 
demselben aber durch eine Mauer getrennt, bestand dasselbe nach Vitruv's 
Vorschrift aus einem kleinen, von einer Kuppel eingedeckten kreisrunden 
Bau, welcher durch eine in der Mitte der Wölbung angebrachte Oeffnung 
sein Licht erhielt und durch eine besondere Heizung bis zu einem hohen 
Temperaturgrad erwärmt werden konnte; durch eine an Ketten von der 
Höhe der Wölbung herabhangende eherne Scheibe (clypeus) liefs sich die 
heifse Luft, je nachdem man diese Scheibe herabliefs oder hinaufzog, mehr 
oder weniger in dem Raume coneentrircn. 
Soviel im Allgemeinen über die Einrichtung der Bäder. Versuchen 
wir es nunmehr, nach einigen noch erhaltenen baulichen Ueberresten uns 
die Badeanlagen zu vergegenwärtigen. In einfacher Weise zeigt eine solche 
das Haus des aLabyrinthese in Pompeji, wo sich ein kleines Auskleide- 
zimmer (aporlyteriunz), ein Gemach für das laue Bad (tepidariutzzz) und 
ein drittes für das warme Bad (c'aldaw'z'uvn) unterscheiden lassen. Aehnlich 
ist die Anlage der Bäder in der schon oben geschilderten villa Suburbazza 
des Dißmedes (Fig. 392), wo zu dem lauen und warmen Bade (Fig. 392, 
9 und 10) noch ein Hof für das kalte Bad (8) hinzutritt, dessen Wasser- 
reservoir sich ebensowohl erkennen läfst, als die Vorrichtung zur Erwär- 
mung des Wassers für das heifse Bad. 
Diese Räume und Vorrichtungen sind es nun auch, die, wenn schon 
in ihren Mafsen gesteigert und mit gröfserer Mannigfaltigkeit gestaltet, in 
30"
        

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