Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726681
Obschon einer späteren Periode angehörig, hat der Triumphbogen des 
Kaisers Constantin einen vielleicht noch höheren kunstgeschichtlichen Werth, 
da sich an ihm die Spuren von zwei sehr verschiedenen Zeiträumen gleich- 
zeitig beobachten lassen. Denn während dieses Monument dem Zeitpunkt 
seiner Errichtung nach fast als der Sehlufspirnkt aller Unternehmungen 
des römischen Reiches anzusehen ist, soweit dasselbe hier unserer Betrach- 
tung vorliegt; während es seiner Bestimmung nach schon fast als Denkmal 
des siegreichen Christenthums gelten darf, indem es den für die Erhebung 
des Christenthums zur römischen Staatsreligion entscheidenden Sieg des 
Kaisers Constantin über seinen Gegner Maxentius zu verherrlichen hatte, 
greift es andererseits in die Zeiten zurück, in welchen das Römcrthum 
noch in seiner vollen Kraft bestand und führt uns in die ruhmreichsten 
Zeiten, in denen Trajan die nordischen Barbaren besiegte und dem Reiche 
eine, wenn auch nur kurze Aera des Glückes und des bürgerlichen Wohl- 
standes, heraufführte. Als nämlich nach jenem an der milvischen Brücke 
vor Rom errungenen Siege (312 n. Chr.) Volk und Senat beschlossen, 
dem Sieger einen Triumphbogen zu errichten, sah man sich, sei es wegen 
des Sinkens der künstlerischen Productionskraft, sei es wegen der Kürze 
der dazu gestatteten Zeit, veranlafst, die plastischen Zierden und vielleicht 
Fig 416 auch die architektonischen Bestandtheile eines 
r     _  V früheren Bauwerks derselben Bestimmung zu 
 Q  Q ßq. dem Neubau zu verwendenl. Dieser letztere 
 l 1 f   nun zeigt, wie sich aus dem Grundrifs 
 iä ä 5 Fig. 416 ergiebt, drei Durchgänge, von de- 
'  "J nen der mittlere, der höher und weiter 
als die beiden seitlichen ist, für den Triumphwagen des Kaisers selbst 
bestimmt war. Diese drei Durchgänge waren, wie sich auch aus der 
Ansicht Fig. 417 ergiebt, nicht von Halbsäulen, sondern von freistehenden 
Säulen eingefafst, deren vier, aus gelblichem numidischen Marmor (giallo 
antico), auf jeder Seite sich befanden und deren Arbeit nach Hirt auf die 
Zeiten eines reineren Kunststyls unter Kaiser Hadrian hindeutet. Der 
gröfsere Theil der Bildwerke dagegen, mit denen der Bau an den beiden 
Stirnseiten, wie innerhalb des mittleren Durchganges geziert ist, ist dem 
Triumphbogen entnommen, welcher einst dem Kaiser Trajanus zur Feier 
seiner Thaten im dacischen und im parthischen Kriege (nach Hirt sind 
dazu zwei verschiedene Bögen bestimmt gewesen), wie zur Verherrlichung 
seiner nicht minder ruhmvollen Friedenswerke errichtet worden war. Die 
l Höhe 21, Breite 25,70, 
beiden Seitenbogen 7,40 Meter. 
7,40 Meter. 
Tiefe 
Höhe 
des 
mittleren 
Bogens 
der
        

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