Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726668
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Ehreudenkmäler. 
Triumphbögen. 
Bogen des Titus. 
finden sollte. So stellen die Reliefs dieser Denkmäler nicht selten Scenen 
des Zuges, den sie liindurchlassen sollten, in voller Anschaulichkeit dar, und 
am Bogen des Titus ist ein Relief erhalten, welches dieses Denkmal selbst 
darstellt, das es zu zieren bestimmt ist. Und Wie so der Triumphbogen, 
obschon nicht viele Beispiele erhalten sind, aus den Bedürfnissen des Lebens 
und den Anschauungen des römischen Volkes selbst hervorgegangen erscheint, 
so ist nicht minder beaehtenswerth, dafs die Lösung der darin enthaltenen 
Aufgabe in einer Weise geschieht, welche uns einfacher und deutlicher 
vielleicht die speeiliseh nationalen Elemente der römischen Architektur zu 
veranschaulichen geeignet ist. Nirgend zeigt sich der Bogenbau und das 
Prineip der Wölbung so schlicht und zugleich so wirkungsreich, als Yiin 
Triumphbogen. Nirgend giebt sich die Verbindung des altheimischen Bogens 
mit dem griechischen Säulenbau, welcher den bestimmenden Gedanken der 
römischen Baukunst ausmacht, in so augenscheinlicher kVeise zu erkennen, 
als in jenen freistehenden, von allen Seiten sichtbaren Siegesthoren, deren 
Durchgänge in der schon oft von uns gerühmten Constructionsweise ge- 
wölbt sind, wogegen Halbsiiulen oder freistehende die so entstehende Ar- 
cade gleichsam einrahmen und das Gebälk zu tragen scheinen, welches, 
ähnlich wie bei dem Säulenhausc des Tempels, den horizontalen Abschlufs 
bildet und gewöhnlich noch durch ein zweites niedrigeres Stockwerk über- 
ragt wird. Es versteht sich, dal's bei a-ller Einfachheit dieses Grundgedan- 
kens der Anlage, bei der Ausführung desselben doch eine grofse Mannig- 
faltigkeit stattgefunden hat. Ohne auf diese letztere weiter einzugehen, 
begnügen wir uns damit, zwei Beispiele von Triumphbögen anzuführen, 
um an denselben die beiden Hauptformen zu veranschaulichen, welche man 
als die vorherrschenden Gattungen dieser Monumente betrachten kann. Die- 
selben können nämlich, entsprechend den Stadtthoren, entweder einen Durch- 
gang (vergl. oben Fig. 354) oder drei derselben zeigen (Fig. 356-358), 
wogegen die bei einem der römischen Thore durch besondere Umstände 
bedingte Anordnung zweier Pforten (Fig. 355) bei Triumphbögen selbst- 
verständlich nicht zur Anwendung gelangen konnte.  
Von der erstgenannten Art ist uns ein schönes Beispiel in dem aus 
pentelischem Marmor ausgeführten Titusbogen zu Rom lerhaltenl; Fig. 415 
stellt denselben im Aufrifs und unter Ergänzung einer darauf angeordneten 
Quadriga mit der Statue des Kaisers dar. Die Anlage ist sehr einfach; 
1 Seine Höhe beträgt 15,40, seine Breite 13,50, seine Tiefe 4,75 Meter. Der Bogen- 
durchgang hat. eine Breite von 5,86 und eine llöhe von 8,30 Meter. Im lilitlelalter durch 
einen darauf gebauten Festungslhurm verunstaltet, wurde im Jahre 1822 der Tilusbogen 
in seiner äjetzigen Gestalt restaurirt. 
        

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