Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726628
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verliehen wurdenl. Aber auch ohne derartige bildliche Zuthat und nur 
durch Inschrifterl ihren speciellen Zweck andeutend, konnten Säulen er- 
richtet werden, und bei den Römern, welche die Anwendung dieser Form 
des Ehrendenkmals schon ziemlich früh den Griechen entlehnten, mögen 
von allen drei Arten Beispiele vorgekommen sein. Früher vom Senate 
ausgehend, wurde diese Ehrenbezeigilng später auch vom Volke erwiesen; 
indem die Mittel dazu entweder aus Staatsmitteln aufgebracht wurden 
oder aus Sammlungen, wie sie zu derartigen Zwecken noch heutzutage 
stattfinden; Veranlassungen zur Errichtung des Denkmals konnte es so 
viele und so verschiedenartige geben, als Verdienste um den Staat und 
das allgemeine Beste denkbar sind. Insoweit es sich dabei um die Auf- 
stellung solcher Säulen handelt, deren künstlerische Gestaltung wir schon 
an verschiedenen Orten kennen gelernt haben, bedarf es hier keiner be- 
sonderen Darstellung zur Veranschaulichung derselben. Wohl aber sind 
uns einige Denkmäler der Art erhalten, welche eine sehr wesentliche Ab- 
weichung von der gewöhnlichen Form der Säulen zeigen. Ilierher zählen 
wir vielleicht als die älteste Denksäule, die zum Andenken an den Seesieg 
des C. Duilius über die Karthager im Jahre 261 v. Chr. auf dem Forum 
errichtete, mit Schiffsschnäbeln an ihrem Schaft gezierte Cblunma rostrata, 
von welcher eine Nachbildung aus neuerer Zeit mit der antiken Inschrift 
im capitolinischen Museum aufbewahrt wird. Dieses alte Denkmal wurde 
in seiner Form das Vorbild derjenigen Columnae rostratae, welche meh- 
rere Münzen der Kaiserzeit zur Verherrlichung von Seesiegen schmücken, 
wie z. B. mehrere Silbermünzen des Augustus und Titus, auf denen die 
Säule auf ihrer Spitze das Standbild des Kaisers trägt. Dafs derartige 
mit Schilfssehnäbeln gezierte Denksäillen aber zur Kaiserzeit wirklich auf- 
gestellt gewesen waren, darüber fehlen uns die Nachrichten. Sodann ge- 
hören hierher diejenigen Säulen, welche man zur näheren Bezeichnung der 
Thaten des Gepriesenen mit Reliefdarstellungen geziert hat. Gewöhnlich 
wanden sich diese Darstellungen in einem spiralförmig um den Schaft der 
Säule gewundenen Streifen von der Basis bis zum Capitell hinauf. Eine 
solche Säule bildete die Zierde des prachtvollen, vom Kaiser Trajan er- 
richteten Forum, von dem wir weitere unten zu handeln haben (vgl.  82). 
Sie erhebt sich auf einem viereckigen, mit der Inschrift und mit kriege- 
rischen 'I'rophäen der mannigfachsten Art bedeckten Sockel bis zu einer 
l Auf der Südseite der Akropolis zu Athen, hart an der Burgmauer und auf dem 
steil abschüssigen Felsboden, über dem einstigen Theater des Dionysos, stehen noch heut 
mehrere derartige Säulen, deren korinthiscilen Capitellen man behufs der Aufnahme der 
Dreifüfse sogar eine dreieckige Form gegeben hat.
        

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