Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726596
Ehrendenkmäler. 
D01 
xkmal Zl 
Igel. 
453 
erkennen. Nach sorgfältiger Prüfung dieser Ueherreste und nach deren 
Vergleichung mit anderweitig bekannten Denkmälern dieser Art hat der 
Architekt L. Canina versucht, das ursprüngliche Ansehen einiger Theilc 
der Strafse wiederherzustellen. Von diesen Restaurationen ist eine durch 
Mannigfaltigkeit und Pracht ihrer Denkmäler sich auszeichnende unter 
Fig. 412 zur Anschauung gebracht. 
79. Den in den vorhergehenden Paragraphen geschilderten Gräber- 
anlagen mag hier noch eine kurze Erwähnung derjenigen Denkmäler hin- 
zugefügt werden, welche weniger zur Aufbewahrung der Ueberreste von 
Verstorbenen, als vielmehr zur Feier und Erinnerung der Thaten oder 
Verdienste irgend welcher Persönlichkeiten bestimmt waren. Zum Grab- 
denkmal gesellt sich das Ehrendenkmal; ja, wie wir schon bei Gelegenheit 
der griechischen Gräberbauten (vgl. g 24 c) bemerkt haben, kann das Grah- 
denkmal, insofern es nicht wirklich die Reste eines Dahingeschiedenen 
umschliefst, als Kenotaphium selbst die Bedeutung eines Ehrendenkmals 
erhalten. So können leicht manche der eben besprochenen römischen 
Grabmonumente zugleich als Ehrendenkmäler betrachtet werden und bei 
manchem Monument, das man als Ehrendenkmal aufzufassen geneigt sein 
möchte, ist auch der Charakter eines Grabdenkmals nicht ganz auszu- 
schlicfsen. Eine solche Vermischung oder Berührung von zwei eigentlich 
verschiedenen Zwecken, von welcher die unten zu besprechende Ehrensäule 
des Kaisers Trajan das merkwürdigste Beispiel gewähren kann, scheint 
unter anderem bei dem unter Fig. 413 dargestellten Denkmal angenommen 
werden zu dürfen, und dasselbe mag deshalb als eine Art Mittelglied 
zwischen dem Grabe und dem Ehrenmonumente hier eingefügt werden. 
Unsere Ahsicht stellt die Nordseite eines Denkmals dar, welches sich noch 
heutzutage bei dem Dorfe Igel in der Nähe von.Trier befindet. Dasselbe 
erhebt sich, aus Quadersteinen errichtet, in verschiedenen Absätzen bis zu 
einer Höhe, welche von Verschiedenen verschieden angegeben wird und 
welche sich nach der geringsten Angabe auf 64 Fufs beläuft. Die Nord- 
und Südseite haben eine Breite von 15, die Ost- und Westseite von 12 Fufs. 
Das Dach, welches die Form einer steilen, in geschwungener Linie aus- 
geschweiften Pyramide zeigt, ist mit schuppenartigen Verzierungen bedeckt 
und wird von einer Art Capitell gekrönt, Welches an den vier Ecken mit 
mellSßllllßllen Gestalten geziert ist und auf welchem eine von kleinen 
Sphinxgcstalten getragene Kugel ruht. Figürliche Reste oberhalb der 
Kugel deuten darauf hin, dafs hier ursprünglich ein Adler angeordnet war, 
der sich mit einer menschlichen Gestalt zum Himmel emporzuhebcn schien,
        

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