Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726579
Der 
Gräberbau. 
Verbrz 
xgsplätze. 
Gri 
mrstrafse 
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Jmfßeji- 
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bezeichnet und in diesem Falle nur zur Verbrennung derjenigen Personen 
benutzt, für welche das Denkmal bestimmt war. Da aber die Anlage eines 
privaten ustrinuwa besondere Mittel erforderte, in der Nähe mancher Gräber 
auch mitunter geradezu untersagt war, so mufste für das Bediirfnifs der we- 
niger Bemittelten durch die Anlage allgemeiner Verbrennungsstätten gesorgt 
werden. Eine solche hat sich denn auch in Form eines ummauerten Vierecke 
bei Pompeji vorgefunden; und dafs eine ähnliche Einrichtung auch zu Rom 
stattfand, ergiebt sich aus jenem grofsen gemeinsamenVerbrennungsplatz, den 
Piranesi an der Via Appia, etwa fünf Miglicn vor der Porta S. Sebastiano, 
aufgefunden und in seinem Werke vAntichita di Roma III, 4c bekannt ge- 
macht hat. Derselbe besteht aus einem weiten Viereck, welches rings mit 
Mauern aus grofsen Pepcrinblöcken eingefafst war und längs derselben einen 
erhöhten und mit einer niedrigen Brüstung umgebenen Umgang zeigt; eine 
Anordnung, die offenbar dazu dienen sollte, den Angehörigen eines zur Ver- 
brennung hierhergebraehten Verstorbenen die T heilnahme an dem, in dem 
vertieften mittleren Theile des Raumes stattfindenden Vorgange zu erleich- 
tern, dem dann das Aufsammeln der Gebeine folgte. Kehren wir jedoch 
zu unserer Ansicht der pompejanischen Gräberstrafse zurück, so bemerken 
wir auf der linken Seite zunächst ein gröfseres tempelartiges Grabmonu- 
ment, das der oben erwähnten Villa gerade gegenüber liegt und welches 
durch die erhaltene Inschrift als gemeinsames Grab der Familie des M. Arritis 
Diomedes bezeichnet ist. Dazu gehören auch die beiden Hennen, deren 
Form wir schon oben besprochen haben, indem sich dieselben auf einem 
gemeinsamen Unterbau mit dem gröfseren Grabmal befinden und auch 
durch Inschriften als Erinnerungsmale zweier Mitglieder derselben Familie 
bezeichnet sind. Der zweite gröfsere Bau auf dieser Seite erweist sich 
ebenfalls nach der Inschrift als das Grab eines L. Cajus Labeo und war 
dazu bestimmt, die Statue dieses weiland wrichterlichen Zweimannesß von 
Pompeji nebst der seiner Gemahlin zu tragen; beide befinden sich gegen- 
wärtig im Museo Borbonico. Auf der rechten Seite des Bildes erblicken 
wir zunächst eine mit einem Giebel gekrönte Wand, in welcher sich eine 
niedrige Eingangsthiir befindet. Dieselbe führt in einen an die äufserste 
Spitze der Villa des Diomedes anstofsenden viereckigen Hof, in welchem 
man vollständig erhalten die Einrichtungen zu den, den Beschlufs der Beer- 
digungsfeierlichkeiten bildenden Leichenmahlen aufgefunden hat. Est ist uns 
_darin ein tricliniuvn funebre erhalten, welches den in den Privatwohnungen 
vorkommenden Speisesälen mit den sanft geneigten Lagerstätten vollkommen 
entspricht, und dessen Umfassungsmauern auf der Innenseite ganz in der 
Weise der pompejanischen Wohnzimmer mit zierlichen Malereien bedeckt 
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