Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726561
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Der 
Gräberbau. 
Gräberstrafse in Pompeji. 
welche theils zur unmittelbaren Aufnahme der Ueberreste geliebter Todten be- 
stimmt waren, theils oberhalb der zur Beisetzung der letzteren dienenden Ge- 
mächer errichtet wurden. Dieselben nähern sich in ihrer äufseren Gestalt ent- 
weder jenen bereits ausführlicher besprochenen Denkmälern, oder bestehen 
aus kleineren altarähnlichen Bauten von runder oder viereckiger Form (czppvl), 
oder endlich stellen sie sich als einfache Pfeiler (l-Iermen) dar, deren oberen 
Theil man auf der einen Seite eine Rundung gab, so dal's sie fast einem 
halhirten menschlichen Kopfe gleichen. Von allen diesen Formen bietet 
die unter Fig.411 mitgetheilte Ansicht der Gräberstralise bei Pompeji lehr- 
reiche Beispiele dar. Hier nämlich beIinden sich rechts und links von der 
Fig. 411. 
herculanischen Strafse (der Standpunkt für die Ansicht ist nicht weil: von 
der Villa des Diomcdes, F ig. 392, gewählt) zahlreiche Gräber, von denen 
die meisten durch Inschriften als die Grabstätten bestimmter Personen, 
resp. von deren Familien, bezeichnet sind. Wo es der Raum gestattete, 
ist das Denkmal, ähnlich dem Tempel, von einem kleinen Hofe umgeben, 
den eine Mauer gegen die Strafse und die anderen Gräberstätten abschließt. 
Derartige Umfriedigungen dienten entweder blos zur Andeutung, dal's es sich 
hier um einen durch heilige Gebräuche geweihten Raum handele, oder es 
konnten dieselben in einzelnen Fällen auch zur feierlichen Verbrennung der 
Ueberreste und zu dem ebenfalls nach einem vorgeschriebenen Ritus statt- 
iindenden Aufsammeln der Gebeine (ossilegium) bestimmt sein. Hatten sie 
den letztgenannten Zweck, so wurden sie als Verbrennungsstätten (ustrina)
        

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