Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726543
Aufnahme des Hauptsarkophages diente. Ebenfalls zu Palmyra befindet 
sich ein Thurm, dessen Ansicht unter Fig. 409 (Mafsstab z 24 Fufs) 
Fig 409_ dargestellt ist, und welcher, aufser der an der Vorderseite 
angebrachten liegenden Figur des Verstorbenen, in den ver- 
 schiedenen Stockwerken des Innern eine grofse Anzahl von 
 Wandvertiefungen zur Aufnahme von Aschenkrügen zeigt. 
 Alle die bisher angeführten Bauten waren, ohne gerade 
 klein zu sein, doch von mäfsigen, jedenfalls nicht aufser- 
 gewöhnlichen Dimensionen. Es konnte nicht fehlen, dal's 
  bei dem stets sich steigernden Luxus der Bauten für private, 
 wie für öffentliche Zwecke auch den Grabdenkmälern ein 
i"  f" über das Gewöhnliche hinausgehendes Mafs gegeben wurde. 
  f Insbesondere aber mufsten solche Steigerungen dann ein- 
  treten, wenn in der beizusetzenden und zugleich damit 
 zu verherrlichenden Person die Würde des Staates selbst 
sich concentrirte. So hatte schon das Grabmal, welches Augustus für 
sich und seine Nachkommen errichten liefs, kolossale Dimensionen. Auf 
viereckigem Sockel erhob sich, ähnlich dem Grabmal der Caecilia Me- 
tella, ein gewaltiger Rundbau, über dem ein Tumulus aufgehäuft war und 
unter welchem sich die Grabkammern zur Beisetzung der kaiserlichen Ueber- 
reste befanden. Die Umfassungsmauern desselben sind noch genügend er- 
halten, um eine Vorstellung von der ursprünglichen Großartigkeit der An- 
lage zu gewähren, und der Verfasser dieser Zeilen hat manche schöne 
Nachmittagsstunde in diesem ursprünglich dem Ernste des Todes geweihten 
Raume zugebracht, um den Vorstellungen eines Tagestheaters beizuwohnen, 
welches im Mittelpunkte desselben aufgeschlagen war, und mit seinen Hun- 
derten von Zuschauern das Recht der Gegenwart über die Vergangenheit, 
des Lebens über den Tod in recht augenscheinlicher Weise bekundete. 
Als nun dies Denkmal ein Jahrhundert lang die Ueberreste der Kaiser 
aufgenommen und zu neuen Aufnahmen keinen genügenden Platz mehr 
darzubieten schien, entschlofs sich Kaiser Hadrian, einen ähnlichen Bau 
itir sich und seine Nachfolger zu errichten. Der Platz dazu wurde am 
jenseitigen Ufer des Tiber ausersehcn, gegenüber dem Grabmal des Augustus 
und mit der Stadt durch die schon oben besprochene Brücke (pons Aelvfus, 
vgl. F ig. 364 und 365), den heutigen ponte S. Angela, verbunden. Auch 
hier erhob sich, wenn schon in noch gesteigerten Dimensionen, auf einer 
Basis von 90 Meter im Quadrat ein ehemals mit parischem Marmor be- 
kleideter kolossaler Rundbau (67 Meter im Durchmesser und 22 Meter 
hoch), der nun aber mehr architektonische Zierde erhielt, als dies bei dem
        

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