Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726481
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Der Qräberbau. 
Sarkophag des Scipio. 
einem architektonisch bearbeiteten Steinrande umgeben ist. Auch haben 
sich darauf die Trümmer größerer Gebäude, sowie Fragmente altetruski- 
scher Architektur erhalten, die auf eine reichere Ausstattung und Deco- 
ration dieses Grabes hindeuten und wonach dasselbe vielleicht als Anhalte- 
punkt für die Restauration des räthselhaften Grabes des Porsenna betrachtet 
werden könnte. 
Von den römischen Gräbern, welche nach dem Vorbilde dieser etrus- 
kischen Anlagen hergestellt worden sind, behandeln wir zunächst die unter 
der Erde befindlichen. Diese waren, wie wir dies auch schon bei den 
griechischen Gräbern kennen gelernt haben, je nach der Natur des Bodens 
entweder einfach in dem harten Gestein desselben ausgearbeitet oder, wo 
der Boden zu weich war, durch Mauern eingefaßt und architektonisch 
überdeckt, in welcher Beziehung wiederum die Wölbung ein willkommenes 
technisches Hülfsmittel darbot. Von der ersten Form ist uns ein sehr ein- 
faches, ja rohes Beispiel in den Gräbern der Scipionen erhalten, die eine 
Art Labyrinth von unregelmäßig angelegten unterirdischen Gängen bilden 
und aus Steinbrüchen entstanden zu sein scheinen. Sie befanden sich 
ursprünglich aufserhalb der Stadt an der Via Appia, während sie bei 
der späteren Erweiterung der Stadt innerhalb der aurelianischen Mauer 
Fig 39g zu liegen kamen. Von den da- 
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 kophag angeführt werden, wel- 
cher die Ueberreste des L. Cor- 
nelius Scipio Barbatus (Consul 
 im Jahre 298 v. Chr.) enthielt 
 und von dem Fig. 398 eine Dar- 
Jmq-Fi-Hämfßm stellung giebt. Derselbe ist aus 
schlichtem Peperinstein gearbeitet und kann als eines der wichtigsten Zeug- 
nisse für die frühe Nachbildung der griechischen Kunstformen betrachtet 
werden, indem er in seinem oberen Theile eine Verzierung zeigt, welche 
dem Fries der griechiseh-dorischen Architektur nachgebildet ist, während 
der am Karniefs angebrachte Zahnschnitt, sowie der volutenartige Aufsatz 
eine Annäherung an die Formen des ionischen Styls bekunden. 
Regelmäßiger ist das an der Via Flaminia aufgefundene Grab der 
Nasonen, welches aus einer unterirdischen Kammer mit halbkreisförmigen 
Nischen besteht, in denen sich die Särge mit den beigesetzten Körpern 
befanden. Das Grab des Geschlechtes der Furier (gens Furvla), welches 
bei Frascati aufgefunden worden, besteht aus einem halbkreisförmigen, mit
        

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