Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-722320
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Peripteral  
 Tempel; zweite Form. 
Theseion zu Athen. 
schafft hatte. Eingedenk dessen beschlossen sie später, die Gebeine des 
Theseus aus der von Kimon eroberten Insel Skyros nach Athen über- 
zuführen und dort des Heroen würdig beizusetzen. Es geschah dies 
durch Kimon, des Miltiades Sohn, im ersten Jahre der 76. Olympiade 
(476 v. Chr.), und bei dieser Gelegenheit wurde der Tempel errichtet 
und nach dem Heros selbst Theseion genannt! Das Gebäude ist von 
pentelischem Marmor errichtet; vierunddreifsig Säulen vom schönsten do- 
rischen Styl, wie sich derselbe in Attika zu gröfserer Freiheit und Leich- 
tigkeit entwickelt hatte, mit einer gemalten Ornamentik an ihren Capitellen, 
umgeben das Tempelhaus so, dal's sich sechs Säulen auf den schmalen, 
dreizehn Säulen auf den Langseiten befinden. Das Tempelhaus selbst 
zeigt die Form eines doppelten Antentempels; in der Mitte liegt die eigent- 
liehe Cella A, der sich auf der östlichen Seite der Pronaos B, auf der 
westlichen der Opisthodom C ansehliefst, welcher letztere hier dem Pronaos 
ganz entsprechend als geöffnete Halle gebildet ist.  Der Tempel, der 
einst reich mit Bildwerk an Giebel und Metopen verziert war, hat lange 
Zeit als Kirche des heiligen Georg gedient, welchem Umstande wohl zum 
grofsen Theil seine gute Erhaltung zuzuschreiben ist. Gegenwärtig dient 
er als Museum athenischer Alterthümer und Kunstreste. 
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c) Eine weitere Form des Peripteros ist diejenige, bei welcher das 
von Säulen umgebene Tempelhaus durch einen Prostylos gebildet wird. 
Dieselbe gehört zu den selteneren, während die unter b beschriebene An- 
lage eine der am meisten verbreiteten ist. Als Beispiel dieser Anordnung 
kann einer der älteren Tempel auf dem westlichen Hügel der Stadt Se- 
linunt in Sicilien betrachtet werden, dessen Grundrifsa unter Fig. 23 dar- 
gestellt ist. Hier liegt innerhalb des Säulenumganges das langgestreckte 
In neuerer Zeit ist dieses Gebäude auch für einen Tempel des Ares erklärt worden. 
Der dem Grundrifs beigefügte Mafsstab umfafst 90 sicil. Palmen. 
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