Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Leben der Griechen und Römer
Person:
Guhl, Ernst Koner, Wilhelm
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-721757
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-726412
des 
Das Schk 
Sah 
Joletiau zu 
imischen Vilh 
435 
Strafsen in vier Viertel oder Quartiere eingetheilt ist, deren beide änfsere 
von Gebäuden für die Leibwache. und das sonstige Gefolge des Kaisers 
eingenommen waren, wogegen sich die beiden anderen als freie Plätze 
Fig. 391 darstellen, in deren Mitte zwei Tempel 
 m gelegen sind. Der eine derselben, links 
  nuunnnu"  von dem Eingangc zum Palast, zeigt 
ä I; h  die einfache Form eines Prostylos und 
i  2' E ist von geringeren Dimensionen. Der 
ä    il i  andere dagegen kann als ein schönes 
   E:  N Beispiel der gewölbten Rundtcmpel 
  betrachtet werden, denn obschon er 
   ) äußerlich die Form eines Achteekes 
    hat, ist er im Innern kreisrund; die 
E i  l J Wand ist durch zwei Säulenstellungen 
5,34. XII Iq-l-{Igß übereinander geziert und eine künstlich 
;   decorirte Kuppel schliefst denselben ab. 
     3 Für Gärten und Felder bietet dieser 
ßMHMi-m nuF Villcnpalast keinen Raum dar; auch 
wird ausdrücklich erwähnt, dafs dieselben aufserhalb der Umfassungsmauer 
gelegen haben. Der Charakter der Architektur ist reich und prächtig, doch, 
wie dies in den Zeiten, in denen sich schon die Spuren auch des staatlichen 
Verfalles zu zeigen beginnen, kaum anders sein konnte, von der Reinheit der 
letzten Zeiten der Republik oder der ersten des Kaiserthums sehr entfernt. 
Was sehliefslich die Villen im eigentlichen Sinne ländlicher Wohnsitze 
betrilft, so sind uns in Folge der grofsen Vorliebe, welche die reichen 
Römer für derartige Anlagen hatten, mehrere Erwähnungen und Beschrei- 
bungen derselben aus verschiedenen Zeiten erhalten, und es sind deren 
einige von gelehrten Architekten oder architektonisch gebildeten Gelehrten 
mit Glück restaurirt worden. Ursprünglich von der villa mtstz'ca, dem 
Complex der Wohn- und Wirthschaftsräume ländlicher Besitzungen, von 
der Cato einst gehandelt und die auch dem Varro noch vorschwebt, aus- 
gehend, wurde die Villa allmälig, wie dies letzterer schon beklagt, den 
Zwecken des Land- und Ackerbaues immer mehr entfremdet, und die Ver- 
schwendllng, welcher in der Stadt der Raum zu ihrer Entfaltung fehlte, 
Süchte Sich Zum empfindlichen Nachtheil der ländlichen Produßtißll und 
der volkswirthschaftlichen Interessen auf dem Lande weitere Flächen, um 
sie mit den Erzeugnissen städtischer Luxus-Architektur (villa u-rbana) in- 
mitten der Reize einer schönen landschaftlichen Umgebung auszustatten. 
Auch bemerkt Vitruv, der sich in seinen Vorschriften über die villa rustiica 
28'"
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.